Private Equity: LGT erkennt ungenutztes Potenzial in Asien

Trotz geopolitischer Herausforderungen und makroökonomischer Unsicherheiten bietet der asiatisch-pazifische Raum laut einem aktuellen Marktkommentar von LGT Capital Partners weiterhin interessante Anlagemöglichkeiten im Private-Equity-Bereich. Entscheidend sind lokales Know-how, eine differenzierte Strategie sowie ein diversifizierter Marktzugang.

Investoren

14.07.2025 10:04 Uhr
© PrivateMarkets360
© PrivateMarkets360
Archiv-Beitrag: Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Regionale Heterogenität prägt die Investmentlandschaft
Wie LGT Capital Partners im Rahmen eines Marktkommentars an PrivateMarkets360 analysiert, bleibt die APAC-Region (Asien-Pazifik) langfristig ein wirtschaftliches Schwergewicht. Mit über 35 % des globalen BIP ist sie laut IWF ein wesentlicher Wachstumstreiber. Die Dynamik verteilt sich jedoch ungleich: Während entwickelte Volkswirtschaften wie Japan oder Südkorea hinter dem globalen Schnitt zurückbleiben, wachsen Schwellenländer wie Indien, Vietnam und auch China deutlich schneller – mit prognostizierten Raten zwischen 4 % und 6 % bis 2025.

Gleichzeitig nimmt die Region eine führende Rolle bei Innovationen ein: Bereits 2020 entfielen über 56 % aller weltweiten Patentanmeldungen auf APAC-Staaten. Trotz dieser wirtschaftlichen Relevanz ist die Region in den Private-Equity-Allokationen vieler institutioneller Investoren weiterhin unterrepräsentiert – auch aufgrund begrenzter Transparenz, regulatorischer Komplexität und geopolitischer Spannungen.

Struktureller Wandel im Marktverhalten der Investoren
LGT beobachtet eine deutliche Veränderung bei den Investitionspräferenzen im asiatischen Private-Equity-Markt. Nach einem Einbruch während und nach der COVID-19-Pandemie zeigten sich zuletzt erste Erholungstendenzen. Zugleich verschieben sich die Schwerpunkte: Investoren bevorzugen zunehmend Buyout-Strategien gegenüber reinen Wachstumsfinanzierungen. Dies spiegelt ein gestiegenes Risikobewusstsein wider. Der Buyout-Anteil an den Transaktionsvolumina in APAC liegt inzwischen bei 48 %.

Parallel ist eine Kapitalumschichtung innerhalb der Region zu beobachten: Während China früher als dominanter Zielmarkt galt, rücken andere Märkte in Süd- und Südostasien stärker in den Fokus. Dies führt zu einer breiteren geographischen Diversifikation der Allokationen und eröffnet neuen Märkten Zugang zu Kapital, das bislang überwiegend in China gebunden war.

Diversifikation über mehrere Zugangswege
Für institutionelle Investoren ergibt sich laut LGT aus der strukturellen Komplexität der APAC-Märkte die Notwendigkeit eines differenzierten Portfoliobaus. Primärfonds bleiben dabei der klassische Zugang, allerdings zeigen Analysen, dass kleinere, spezialisierte Fonds im Vergleich zu großen Plattformen häufig höhere Renditen erzielen – vorausgesetzt, es besteht entsprechendes lokales Know-how.

Secondaries gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Sie ermöglichen Investments in bereits bestehende, reifere Portfolios und reduzieren so das Blind-Pool-Risiko. Insbesondere in China, wo Bewertungen auf dem tiefsten Stand seit der globalen Finanzkrise liegen, ergeben sich Einstiegsmöglichkeiten mit deutlichen Abschlägen.

Ergänzend gewinnen Co-Investments an Relevanz. Sie erlauben es, über bestehende Fondsbeziehungen gezielt Einzeltransaktionen mit ausgewählten GPs zu tätigen und das Engagement in bestimmten Marktsegmenten gezielt zu verstärken.

Lokale Verankerung als Erfolgsfaktor
LGT betont, dass der Zugang zu attraktiven Deals und die Fähigkeit, regionale Marktzyklen erfolgreich zu durchlaufen, maßgeblich von der Zusammenarbeit mit erfahrenen lokalen Managern abhängen. Neben ökonomischem Verständnis sind auch regulatorische und kulturelle Kenntnisse essenziell. Ein flexibler, mehrgleisiger Strategieansatz ist laut dem Marktkommentar entscheidend, um das Potenzial der APAC-Region im Private-Equity-Kontext langfristig erfolgreich zu erschließen.

Weitere beliebte Meldungen:

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.