Regionale Heterogenität prägt die Investmentlandschaft
Wie LGT Capital Partners im Rahmen eines Marktkommentars an PrivateMarkets360 analysiert, bleibt die APAC-Region (Asien-Pazifik) langfristig ein wirtschaftliches Schwergewicht. Mit über 35 % des globalen BIP ist sie laut IWF ein wesentlicher Wachstumstreiber. Die Dynamik verteilt sich jedoch ungleich: Während entwickelte Volkswirtschaften wie Japan oder Südkorea hinter dem globalen Schnitt zurückbleiben, wachsen Schwellenländer wie Indien, Vietnam und auch China deutlich schneller – mit prognostizierten Raten zwischen 4 % und 6 % bis 2025.
Gleichzeitig nimmt die Region eine führende Rolle bei Innovationen ein: Bereits 2020 entfielen über 56 % aller weltweiten Patentanmeldungen auf APAC-Staaten. Trotz dieser wirtschaftlichen Relevanz ist die Region in den Private-Equity-Allokationen vieler institutioneller Investoren weiterhin unterrepräsentiert – auch aufgrund begrenzter Transparenz, regulatorischer Komplexität und geopolitischer Spannungen.
Struktureller Wandel im Marktverhalten der Investoren
LGT beobachtet eine deutliche Veränderung bei den Investitionspräferenzen im asiatischen Private-Equity-Markt. Nach einem Einbruch während und nach der COVID-19-Pandemie zeigten sich zuletzt erste Erholungstendenzen. Zugleich verschieben sich die Schwerpunkte: Investoren bevorzugen zunehmend Buyout-Strategien gegenüber reinen Wachstumsfinanzierungen. Dies spiegelt ein gestiegenes Risikobewusstsein wider. Der Buyout-Anteil an den Transaktionsvolumina in APAC liegt inzwischen bei 48 %.
Parallel ist eine Kapitalumschichtung innerhalb der Region zu beobachten: Während China früher als dominanter Zielmarkt galt, rücken andere Märkte in Süd- und Südostasien stärker in den Fokus. Dies führt zu einer breiteren geographischen Diversifikation der Allokationen und eröffnet neuen Märkten Zugang zu Kapital, das bislang überwiegend in China gebunden war.

Diversifikation über mehrere Zugangswege
Für institutionelle Investoren ergibt sich laut LGT aus der strukturellen Komplexität der APAC-Märkte die Notwendigkeit eines differenzierten Portfoliobaus. Primärfonds bleiben dabei der klassische Zugang, allerdings zeigen Analysen, dass kleinere, spezialisierte Fonds im Vergleich zu großen Plattformen häufig höhere Renditen erzielen – vorausgesetzt, es besteht entsprechendes lokales Know-how.
Secondaries gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Sie ermöglichen Investments in bereits bestehende, reifere Portfolios und reduzieren so das Blind-Pool-Risiko. Insbesondere in China, wo Bewertungen auf dem tiefsten Stand seit der globalen Finanzkrise liegen, ergeben sich Einstiegsmöglichkeiten mit deutlichen Abschlägen.
Ergänzend gewinnen Co-Investments an Relevanz. Sie erlauben es, über bestehende Fondsbeziehungen gezielt Einzeltransaktionen mit ausgewählten GPs zu tätigen und das Engagement in bestimmten Marktsegmenten gezielt zu verstärken.
Lokale Verankerung als Erfolgsfaktor
LGT betont, dass der Zugang zu attraktiven Deals und die Fähigkeit, regionale Marktzyklen erfolgreich zu durchlaufen, maßgeblich von der Zusammenarbeit mit erfahrenen lokalen Managern abhängen. Neben ökonomischem Verständnis sind auch regulatorische und kulturelle Kenntnisse essenziell. Ein flexibler, mehrgleisiger Strategieansatz ist laut dem Marktkommentar entscheidend, um das Potenzial der APAC-Region im Private-Equity-Kontext langfristig erfolgreich zu erschließen.
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