Schroders Capital erwartet Vervierfachung des Marktes für Fortführungsfonds bis 2034

GP-geführte Secondaries entwickeln sich laut Schroders Capital von einer Nischenlösung zu einem strukturellen Wachstumstreiber im Private-Equity-Markt. Besonders attraktiv ist das untere Mid-Market-Segment.

Private Equity

19.08.2025 11:58 Uhr
Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital / © PrivateMarkets360 / Schroders Capital
Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital / © PrivateMarkets360 / Schroders Capital

Der Markt für Fortführungsfonds, auch bekannt als GP-geführte Secondaries, wird sich in den kommenden zehn Jahren vervierfachen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von Schroders Capital, die dem Finanzmedium PrivateMarkets360 vorliegt. Das Private-Equity-Team des Hauses prognostiziert, dass die jährlichen Exit-Erlöse in diesem Segment bis 2034 auf über 300 Mrd. US-Dollar steigen werden - ein Zuwachs von 329% gegenüber dem Niveau von 2024.

Laut Schroders Capital handelt es sich dabei nicht um einen zyklischen Trend infolge der aktuellen Marktschwäche bei klassischen Exits, sondern um eine nachhaltige, strukturelle Entwicklung. „Selbst unsere konservativen Schätzungen zeigen ein deutliches Wachstum des Marktes für Fortführungsinvestitionen. Unter optimistischeren Annahmen könnte dieses Wachstum sogar noch erheblich höher ausfallen“, so Dr. Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital.

Fünf strukturelle Wachstumstreiber

Die Analyse identifiziert fünf zentrale Faktoren für das langfristige Wachstum: Erstens ermöglichen Fortführungsfonds eine Weiterentwicklung erfolgreicher Portfoliounternehmen unter bestehendem Fondsmanagement. Zweitens zeigen Daten zu rund 2.600 Buyout-Investitionen, dass bis zu 31% der Unternehmen unter demselben GP weitergeführt werden könnten. Drittens gelten Fortführungsfonds als kosteneffizient - die Gebühren liegen laut Schroders Capital bei etwa der Hälfte traditioneller Buyouts, mit einem geschätzten Einsparpotenzial von rund 4 Mrd. US-Dollar über die Laufzeit für das Vintage-Jahr 2024.

Viertens bieten Fortführungsinvestitionen stabilere Renditen bei gleichzeitig schnellerer Liquidation, was im Durchschnitt 25% schneller ist als klassische Strukturen. Fünftens profitieren sie vom aktuellen Exit-Umfeld, auch wenn laut Schroders Capital langfristige strukturelle Faktoren der wichtigste Treiber bleiben.

Paradigmenwechsel im Buyout-Markt

Die zentrale Veränderung sieht Schroders Capital nicht in der Haltedauer von Beteiligungen, sondern in der Eigentümerstruktur. „Die tiefgreifendste Veränderung besteht nicht darin, dass Unternehmen länger im Besitz von Private-Equity-Gesellschaften bleiben, was seit Jahren üblich ist. Sie besteht vielmehr darin, wer Eigentümer bleibt“, erklärt Rode.

Anstelle von Secondary Buyouts, bei denen ein Unternehmen von einem Fondsmanager an den nächsten übergeht, verbleiben immer mehr Portfoliounternehmen im Bestand des ursprünglichen Managers - mithilfe von Fortführungsvehikeln und unter Einbindung neuer Kapitalgeber. „Der Begriff ‚GP-geführte Secondaries‘ ist irreführend […] Wir sind der Meinung, dass ‚Fortführungsinvestitionen‘ der treffendere Ausdruck ist“, so Rode weiter.

Kleinerer Mid-Market bietet das größte Potenzial

Besonders attraktiv erscheint laut Schroders Capital das Segment der kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Unternehmenswert von unter 1 Mrd. US-Dollar. In den letzten zwei Jahren entfielen über zwei Drittel der bewerteten Opportunitäten im Bereich Fortführungsfonds auf Firmen mit einem Wert unter 750 Mio. US-Dollar.

Gründe sind niedrigere Einstiegspreise, höheres Transformationspotenzial, breitere Exit-Möglichkeiten sowie geringere Abhängigkeit von volatilen öffentlichen Märkten. Darüber hinaus seien kleinere Unternehmen oft stärker lokal verankert und dienstleistungsorientiert, was zur Risikodiversifikation beitrage.

„Fortführungsfonds verändern die Private-Equity-Landschaft, indem sie den Dealflow bei mittleren und großen Buyouts verringern und noch größeres Potenzial im unteren Mittelstand freisetzen“, so Rode. Im Basisszenario von Schroders Capital werde sich bis 2034 rund 8% des Dealflows in diesem Segment auf Fortführungsinvestitionen verlagern – mit weiterem Potenzial bei optimistischeren Annahmen.

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