Branche sieht Fortschritte - aber weiteren Handlungsbedarf
Rund 40 Teilnehmer, darunter über 20 Asset-Management-Gesellschaften sowie Vertreter der Europäischen Kommission und der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF, diskutierten im Rahmen des ersten EFAMA ELTIF Forums die Auswirkungen der überarbeiteten ELTIF-Verordnung (ELTIF 2.0) auf Produktausgestaltung, Vertrieb und nationale Umsetzungsstrategien.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Reform einen bedeutenden Fortschritt zur Mobilisierung langfristigen Kapitals für europäische Unternehmen darstellt. Gleichzeitig wurden weitere Maßnahmen als notwendig erachtet, um ein wettbewerbsfähiges ELTIF-Ökosystem zu schaffen. Ein stärker abgestimmter regulatorischer Rahmen, verbesserte Vertriebswege und der Abbau protektionistischer Hürden wurden als zentrale Hebel identifiziert.
Potenzial für Wachstum und breitere Akzeptanz
Laut einer informellen Umfrage von Scope Group während der Veranstaltung rechnen knapp 70% der Teilnehmer mit einem Anstieg des ELTIF-Anlagevolumens um 50-100% bis 2027. Die Anzahl aktiver ELTIFs könnte sich demnach auf 250 bis 400 erhöhen. Besonders Private Debt und Infrastruktur gelten als Wachstumstreiber. Online-Plattformen wurden als bedeutendster Vertriebskanal genannt.
Regulatorische Weichenstellungen im Fokus
„Die Diskussionen führten zu klaren Handlungsaufforderungen an Politik und Branche und zeigten konkrete Wege auf, um den ELTIF-Markt in Europa weiter auszubauen“, so Tanguy van de Werve, Director General bei EFAMA. ELTIFs könnten einen wesentlichen Beitrag zur Demokratisierung von Private Assets leisten und stünden im Einklang mit den Zielen der europäischen Savings and Investment Union.
Stefan Staedter, Partner bei Arendt & Medernach, betonte: „ELTIF 2.0 hat viele Herausforderungen auf der Asset-Seite gelöst. Nun liegt es an allen Beteiligten, das Regelwerk pragmatisch anzuwenden, um eine breite Vielfalt an Strategien und Liquiditätsprofilen zu ermöglichen.“
Auch Silke Bernard, Partnerin bei Linklaters, sieht in der Reform einen „Game Changer“, der den europäischen Markt für Retail-Investoren geöffnet habe. Zwei zentrale Herausforderungen für weiteres Wachstum seien laut Bernard der Abbau nationaler Barrieren und die Skalierbarkeit von Vertriebsmodellen.
Martin Parkes, Vorsitzender des EFAMA Fund Regulation Standing Committee und Co-Head EU Public Policy bei BlackRock, ergänzte: „Eine gezielte nationale Strategie zur Förderung von Investments in Private Assets über ELTIFs wird deren langfristiges Wachstum sichern. Die Integration von ELTIFs in nationale Spar- und Altersvorsorgemodelle könnte helfen, Private Assets stärker im langfristigen Anlageverhalten der Bürger zu verankern.“
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