Das Management von Netzengpässen rückt durch die Flexibilisierung starrer Anschlussregeln verstärkt in den Fokus. Laut Patrick Lemcke-Braselmann, CEO der aream Group, stellen Flexible Connection Agreements (FCAs) einen zentralen Hebel dar, um Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher effizienter in das Energiesystem zu integrieren. Durch geteilte Netzzugänge könne der Ausbau messbar beschleunigt werden.
Systemstabilität durch Rampenmanagement
Ein wesentliches Element dieser Verträge ist die Regulierung sogenannter Rampen, welche die Geschwindigkeit der Leistungsanpassung definieren. Anlagenbetreiber verpflichten sich zu einem netzdienlichen Verhalten, indem Einspeise- oder Bezugsleistungen nur innerhalb definierter Grenzwerte modifiziert werden. Wie aream im Rahmen einer Pressemitteilung an PrivateMarkets360 erläutert, entlastet diese Beschränkung die Netze massiv.
„Ein Batteriespeicher mit zehn MW Leistung und einer Rampenbegrenzung von 10% pro Minute darf seine Einspeisung nur um ein MW pro Minute erhöhen oder reduzieren“, so Lemcke-Braselmann. Diese technische Vorgabe sichere die Systemstabilität ohne die Notwendigkeit eines sofortigen Netzausbaus, auch wenn die Projektrendite durch die operativen Einschränkungen leicht reduziert werden kann.
Regulatorik und Marktperspektiven
Nach Einschätzung der aream Group schafft die Bundesnetzagentur voraussichtlich bis Ende Mai die notwendigen regulatorischen Grundlagen für die Umsetzung von FCAs. Aktuell befinden sich die Verteilnetzbetreiber in der Phase der Standardisierung, um zeitnah erste Angebote für flexible Anschlüsse bereitzustellen.
Für den Markt bedeutet dies eine neue Perspektive bei der Asset-Allokation im Infrastrukturbereich. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird mit einer deutlichen Beschleunigung bei Genehmigungen und dem Ausbau von Grünstromspeichern gerechnet. Der pragmatische Ansatz reduziert Realisierungshürden in Regionen mit angespannter Netzsituation und bietet Investoren eine verbesserte Entscheidungsgrundlage sowie erhöhte Planungssicherheit für betroffene Projekte.
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