LPs bevorzugen Ausschüttungen statt Rollover
Laut einer Analyse von Houlihan Lokey, über die die Financial Times berichtet, haben sich 85–92% der Limited Partners (LPs) im laufenden Jahr gegen einen Rollover in Continuation Vehicles entschieden – ein Anstieg gegenüber 75–80 % im Vorjahr. Diese Entwicklung signalisiert eine zunehmende Skepsis gegenüber der Struktur, die zuvor stark an Popularität gewonnen hatte.
Fortbestand von Assets unter Druck
Continuation Vehicles ermöglichen es General Partners (GPs), Portfoliounternehmen über das klassische 10-Jahres-Fund-Limit hinaus zu halten. Im Jahr 2024 machten sie laut Campbell Lutyens Transaktionsvolumina von 62 Mrd. US-Dollar aus – ein Anstieg um fast 50 % im Jahresvergleich. Dennoch gerät das Modell zunehmend unter Druck. Fälle wie Clearlake’s Wheel Pros, das trotz hoher Gewinne Insolvenz anmelden musste, haben das Vertrauen in solche Konstrukte geschwächt. Equity-Investoren in diesem Fall erlitten hohe Verluste.
Liquiditätsengpässe und Selektionsprobleme
„LPs empfangen Ausschüttungen aus Continuation Vehicles mit offenen Armen“, erklärte Matt Swain, Global Co-Head of Equity Capital Solutions bei Houlihan Lokey, und verwies auf die Liquiditätsknappheit der vergangenen Jahre. Gleichzeitig steigt die Sorge, dass unterdurchschnittliche Assets („lemons“) als langfristige Value-Investments getarnt werden. Mustafa Siddiqui von SQ Capital betonte die Herausforderung, „welche der letzteren als ersteres verkleidet sind“.
Marktanpassung im Gange
Trotz wachsender Zurückhaltung sind Continuation Vehicles weiterhin ein relevanter Bestandteil der Exit-Aktivitäten. Jefferies zufolge waren sie in bis zu 20% der Private Equity-Exits im ersten Halbjahr 2025 involviert. Während GPs weiterhin die Kontrolle über Schlüsselassets behalten wollen, fordern LPs zunehmend klarere Exit-Pfade, bessere Interessensangleichung und mehr Transparenz. Der Markt entwickelt sich in Richtung stärker diversifizierter Strukturen und disziplinierterer Underwriting-Prozesse.
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