Anleger unterschätzen Bedeutung von Private-Equity-Anlagen
Viele Anleger halten börsennotierte Aktien für die einzige Möglichkeit, am Erfolg und Wachstum innovativer Unternehmen teilzuhaben. „Das potenzielle Anlageuniversum auf den privaten Märkten ist jedoch größer als das an der Börse gehandelte. So gibt es in Deutschland 438 börsennotierte Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. Euro und mehr als 250 Beschäftigten, aber mehr als 16.000 Unternehmen in privater Hand“, darauf weist Marc Tavakolian, Head of Investor Relations bei ODDO BHF Private Assets, in einer aktuellen Publikation hin. Dieses Potenzial könne nur durch Private-Equity-Beteiligungen erschlossen werden. Für institutionelle Investoren hat diese Anlageform durch die Nachfrage in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Erst seit kurzer Zeit ist der Zugang zu Private Equity über Anlagevehikel wie ELTIFs auch für Privatanleger leichter möglich.
Private Equity ist nicht gleich Private Equity
Nach seiner Gründung geht ein Private-Equity-Fonds üblicherweise durch vier Phasen: Kapitalbeschaffung, Investmentperiode, Ausschüttungsphase und Liquidation. Für Anleger ist es Tavakolian zufolge wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, in welche Unternehmen die Private Equity-Fonds investieren. Neben möglicherweise festgelegter Schwerpunkte in Bezug auf Branche oder Region, sei insbesondere die Frage entscheidend, in welchem Stadium sich die Unternehmen befinden.
Vier Unternehmensstadien in Private-Equity-Fonds
Da es sich grundsätzlich um nicht börsennotierte Unternehmen handelt, kommen für Venture Capital-Investitionen auch sehr junge Unternehmen ohne erprobtes Geschäftsmodell in Frage. Bei Growth Capital handelt es sich um Unternehmen mit erprobtem Geschäftsmodell, die Kapital benötigen, um zu wachsen. Reife Unternehmen werden über Buyouts finanziert, bei denen Mehrheitsbeteiligungen übernommen werden. Unternehmen in Schwächephasen werden von spezialisierten Turnaround-Fonds restrukturiert. Ziel aller Private-Equity-Beteiligungen ist es, für weiteres Wachstum zu sorgen, die Voraussetzung für die Erwirtschaftung einer Rendite. „Daher geht es den Unternehmen bei der Entscheidung für Private Equity nicht allein um die Deckung des Kapitalbedarfs, der unter Umständen auch durch Kredite gedeckt werden könnte. Private-Equity Investitionen bringen neben Geld auch Know-how, ohne dass Zinsen anfallen. Das macht sie nicht nur für die Anleger, sondern auch für die Unternehmen attraktiv“, führt Tavakolian aus.

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