Natixis IM Private Assets Head Michael Jäger: „Private Credit wurde unter Generalverdacht gestellt“

Zur Jahresmitte 2026 beleuchtet PrivateMarkets360 in einer kompakten Q&A-Serie, wie führende Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Private-Markets-Umfeld das erste Halbjahr bewerten und welche Entwicklungen das zweite Halbjahr prägen könnten. Zum Auftakt spricht Michael Jäger, CFA Managing Director – Head of Private Assets CEE, über aktuelle Markttrends, strategische Schwerpunkte und investierbare Chancen.

Private Equity

21.07.2026 09:13 Uhr
Michael Jäger, Managing Director – Head of Private Assets CEE von Natixis Investment Managers / © PrivateMarkets360 / Natixis Investment Managers
Michael Jäger, Managing Director – Head of Private Assets CEE von Natixis Investment Managers / © PrivateMarkets360 / Natixis Investment Managers

PrivateMarkets360: Die ersten sechs Monate 2026 brachten Private Credit verstärkt unter Beobachtung. Wie stark prägen Sorgen um Gatings und Bewertungen die Investorengespräche im DACH-Raum?

Michael Jäger: Insbesondere das Thema “Gating” hat durch die Schlagzeilen aus den USA eine ganz neue Bedeutung erhalten. Hier ist sehr schnell aus einem rein theoretischen Szenario ein Fall für die Praxis geworden. Wir begrüßen, dass Kunden seither einen genaueren Blick auf die Liquiditäts-Management Tools der einzelnen Manager werfen und dies auch stärker in die Due Diligence einfließen lassen. Insbesondere Lock-Up & Notice Perioden rücken nun stärker in den Fokus der Diskussion und werden vielmehr als Liquiditätsmanagement-Tool zum Schutz der Anleger verstanden. 

PrivateMarkets360: Welche internen Weichenstellungen und Produktinitiativen prägten Ihr Geschäft im vergangenen Halbjahr?

Michael Jäger: Nachdem wir vor über einem Jahr mit einer Multi Private Asset Strategie an den Markt gegangen sind, freuen wir uns, dass wir in den nächsten Monaten weitere Produkt-Lancierungen kommunizieren können. Insbesondere der Bereich Infrastruktur und Private Equity wird hier eine wichtige Rolle spielen.

PrivateMarkets360: Wo sehen Sie im zweiten Halbjahr 2026 die attraktivsten Investmentchancen für professionelle Anleger?

Michael Jäger: Der Private Credit Bereich bleibt trotz der negativen Schlagzeilen aus den USA weiterhin spannend. Die Anlageklasse wurde unter „Generalverdacht“ gestellt, wobei hier sehr stark zwischen einzelnen Regionen (Europa vs. USA) und Exposure zu den jeweiligen Sektoren unterschieden werden muss. Private Credit in Europa und abseits der viel diskutierten Software-Risiken stellt z.B. weiterhin ein spannendes Segment dar.

PrivateMarkets360: Wo muss die Branche in den kommenden Monaten nachschärfen, um das Vertrauen der Investoren zu stärken?

Michael Jäger: Insbesondere die Bewertungs-Methodik (NAV-Berechnung) sollte noch stärker in den Fokus rücken. Ich denke hier insbesondere an Secondary Transaktionen, welche mit einem Abschlag zum NAV erworben werden und am nächsten Tag auf 100% aufgewertet werden. Dies führt bei manchen Fonds zu sehr positiven kurzfristigen Performance Entwicklungen, die jedoch nicht nachhaltig sind.

PrivateMarkets360: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für das zweite Halbjahr, Herr Jäger!

Bleiben Sie gespannt - in den kommenden Wochen veröffentlichen wir weitere Marktanalysen und Einschätzungen führender Köpfe der deutschsprachigen Private-Markets-Branche.

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