Ein aktueller Blogbeitrag von Preqin zeigt, dass sich zur Jahresmitte 2025 im Fundraising für Private Capital erste positive Signale abzeichnen. Zwar bleibt die Kapitalaufnahme für viele General Partners (GPs) herausfordernd, doch drei Entwicklungen könnten die Bedingungen für Fondsmanager und Investoren in den kommenden Monaten spürbar verbessern.
1. Engeres Verhältnis von Capital Calls und Distributions
Die Daten von Preqin belegen, dass sich das Verhältnis zwischen abgerufenen Mitteln (Capital Calls) und Rückflüssen (Distributions) deutlich verbessert hat. Während 2023 die Differenz noch 388,6 Mrd. US-Dollar betrug – zugunsten der Calls –, verringerte sich dieser Abstand bis September 2024 auf lediglich 72,6 Mrd. US-Dollar. Damit erreicht die Lücke den niedrigsten Stand seit 2017.
Für Limited Partners (LPs) bedeutet dies, dass mehr Liquidität aus bestehenden Fondsstrukturen zurückfließt und für Reinvestments zur Verfügung steht. Dies könnte den Druck auf institutionelle Anleger mindern, zusätzliche Kapitalzusagen aus Neumitteln zu leisten, und damit die Chancen für GPs erhöhen, frisches Kapital für neue Vehikel einzuwerben.
2. Private Wealth etabliert sich als Wachstumstreiber
Ein zweiter Lichtblick ergibt sich aus dem zunehmenden Engagement privater Vermögen. Die Zahl der Family Offices mit Allokationen in Private Markets ist laut Preqin seit 2016 um 524 % gestiegen – und damit deutlich stärker als bei klassischen institutionellen Anlegern. Pensionsfonds und Versicherungen haben ihre Engagements im gleichen Zeitraum lediglich verdoppelt.
Besonders gefragt bei vermögenden Privatanlegern und Family Offices sind Private Equity und Real Estate, während Private Debt zuletzt stark aufgeholt hat. Dieser Trend verdeutlicht die wachsende Bedeutung des Private-Wealth-Segments als ergänzende Kapitalquelle für Fondsmanager. Er zwingt GPs jedoch auch dazu, ihre Angebote stärker auf die Bedürfnisse dieser Investorengruppe zuzuschneiden – etwa durch innovative Produktstrukturen, digitale Plattformen oder niedrigere Mindestzeichnungsgrößen.
3. Mehr Fonds im Markt trotz längerer Platzierungszeiträume
Trotz des schwierigen Umfelds steigt die Zahl der Fonds, die sich im Markt befinden, kontinuierlich. Nach Daten von Preqin Pro hat sie sich seit 2020 um über 240 % erhöht. Gleichzeitig verlängerte sich die durchschnittliche Fundraising-Dauer von 16 Monaten im Jahr 2020 auf inzwischen 25 Monate.
Diese Entwicklung zeigt zweierlei: Zum einen reflektiert die Vielzahl an Fonds den Innovationsdruck innerhalb der Branche, die sich durch neue Vehikel, liquidiätsorientierte Strategien oder flexible Strukturen an die veränderten Anforderungen der Investoren anpasst. Zum anderen signalisiert sie, dass trotz längerer Closing-Zeiten weiterhin Nachfrage nach alternativen Anlagen besteht – und Asset Manager bereit sind, neue Produkte in den Markt zu bringen.
Ausblick: Hoffnung auf Stabilisierung im zweiten Halbjahr
Preqin betont, dass diese positiven Entwicklungen zwar keinen automatischen Wendepunkt markieren, aber deutliche Anzeichen für eine Entspannung im Fundraising-Umfeld liefern. Sollten die Kapitalrückflüsse weiter zunehmen und die wachsende Rolle privater Vermögen anhalten, könnten GPs in der zweiten Jahreshälfte 2025 von einem stabileren Umfeld profitieren. Für Limited Partners wiederum könnten sich neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen, da Rückflüsse aus Altbeständen wieder in den Markt zurückfließen.
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