Evergreen-Strukturen und Berater-Know-how als Treiber
Laut Novantigo erleben diskretionäre Mandate einen strukturellen Wandel. „Private Assets sind kein Nischenthema mehr - sie werden zunehmend Teil des diskretionären Werkzeugkastens“, so André Schnurrenberger, CFA, Co-Founder und Managing Partner bei Novantigo. Als Haupttreiber nennt Novantigo die Verbreitung von Evergreen-Strukturen sowie eine stärkere Einbindung der Berater in die Produktvermittlung und Aufklärung.
35% der befragten Institute bieten bereits diskretionäre Mandate mit Private-Markets-Exposure an. Besonders groß ist der Anteil unter Vermögensverwaltern mit einem AUM von über 100 Milliarden Euro (61%). Bei kleineren Häusern liegt der Wert bei 25%. Zudem planen 25% der Institute, innerhalb der kommenden zwölf Monate neue diskretionäre Lösungen mit Private Assets einzuführen.
Angebot diskretionärer Mandate mit Allokation in Private Markets
Die Teilnehmer wurden gefragt: „Bieten Sie diskretionäre Mandate mit einer Allokation in Private Markets an?“ (N=125)
©Novantigo Private Banks and Wealth Managers Fund Selectors Survey Q2 2025
Allokationsquoten steigen - einzelne Institute testen Endowment-Modelle
In diskretionären Portfolios mit Private-Markets-Exposure liegen die Allokationen typischerweise zwischen 5% und 10%. In der Schweiz sind Anteile von 10% bis 15% gängig, einzelne Banken streben Quoten von 20 % oder mehr an. Ein deutsches Institut nennt 15% Allokation in Balanced-Portfolios und 25% in Growth-Portfolios, während konservative Strategien keine Allokation aufweisen.
Einige Institute erproben Modelle mit deutlich höheren Anteilen: „Einige wenige Institutionen testen Endowment-Modelle, bei denen Private Assets 30% bis 50% des Portfolios ausmachen - für Kunden mit entsprechender Illiquiditätstoleranz“, so die Analyse zur Studie.
Produktseitig setzen einige Banken auf innovative Strukturen. Eine große Schweizer Privatbank hat ein diskretionäres Fund-of-Funds-Angebot aufgebaut, das vollständig aus Evergreen-Vehikeln besteht und Zugang zu Private Equity, Private Credit und Infrastruktur in einer einzigen Struktur bietet. Andere Institute bündeln mehrere Evergreen-Strategien in Zertifikatsstrukturen, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und die Eignungsprüfung zu erleichtern.
Zugang bleibt vermögenden Kunden vorbehalten
Die Einstiegshürden sind weiterhin hoch. Fast 40% der Institute mit über 100 Milliarden Euro AUM verlangen ein Mindestportfolio von 5 bis 10 Millionen Euro, um Zugang zu diskretionären Mandaten mit Private Assets zu erhalten.
Typische Allokation in Private Assets innerhalb diskretionärer Mandate
Anmerkung der Analysten: Die Teilnehmer wurden gefragt: „Wenn Sie Private Asset Funds in Ihren diskretionären Mandaten einsetzen, welcher Anteil des Portfolios ist typischerweise in Private Assets allokiert?“ (N=75)
©Novantigo Private Banks and Wealth Managers Fund Selectors Survey Q2 2025
Kundenberater gestalten die Umsetzung
Laut Novantigo sind Kundenberater entscheidend für die Verbreitung von Private Assets im diskretionären Bereich. „Kunden wollen zunehmend Exposure zu Private Markets, aber es bestehen weiterhin Wissenslücken“, erklärt Justina Deveikyte, CAIA, Co-Founder und Managing Partner bei Novantigo. „Berater stehen an vorderster Front dieser Transformation, und Asset Manager, die transparente Informationen und Reporting bereitstellen, haben dabei Vorteile.“
Berater betonen zudem die Notwendigkeit realistischer Erwartungshaltungen: Evergreen-Fonds sollten nicht als liquide Produkte vermittelt werden. „Transparenz schafft Vertrauen“, so ein Schweizer Privatbankier gegenüber Novantigo. „Kunden müssen von Anfang an verstehen, dass Private Assets auf Langfristigkeit ausgelegt sind.“
Marktausblick: Weitere Expansion erwartet
Trotz regulatorischer und struktureller Herausforderungen planen laut Studie knapp die Hälfte der befragten Banken, ihre Allokationen in Private Assets innerhalb diskretionärer Mandate im kommenden Jahr weiter auszubauen. Während große Institute über die nötige Infrastruktur für komplexere Lösungen verfügen, folgen kleinere Anbieter zunehmend mit standardisierten Evergreen-Produkten.
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