Marktvolumen erreicht neue Höchststände
Wie Barings im Rahmen einer Analyse an PrivateMarkets360 mitteilte, ist der globale Sekundärmarkt weiter auf Wachstumskurs: Nachdem das Transaktionsvolumen 2024 rund 160 Milliarden US-Dollar erreichte, wird für 2025 ein Anstieg auf bis zu 230 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Zum Vergleich: 2019 lag das Volumen noch bei 88 Milliarden US-Dollar - das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von über 17 Prozent.
Auch die kumulierten Volumina zeigen eine deutliche Entwicklung: In den vergangenen fünf Jahren belief sich das Transaktionsvolumen auf insgesamt 645 Milliarden US-Dollar, während im selben Zeitraum nur 294 Milliarden US-Dollar an Kapital eingesammelt wurden. Die daraus resultierende Kapitalüberhangquote ist laut Marktteilnehmern mit aktuell 1,3x auf einem historischen Tiefstand.
Fundraising zieht an - neue Kapitalquellen gewinnen an Bedeutung
Das Fundraising hat 2025 einen dynamischen Start hingelegt. In der ersten Jahreshälfte wurden über 80 Milliarden US-Dollar eingesammelt - doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Zugleich zeigt sich laut Barings eine Reihe struktureller Trends: Fonds werden größer, übertreffen ihre Zielgrößen teils deutlich und neue Investorengruppen - insbesondere Versicherungen und Privatanleger - treten verstärkt in den Markt ein.
Zunehmend etabliert sich zudem der Einsatz von Collateralized Fund Obligations (CFOs) als ergänzende Finanzierungsquelle. Diese erlauben Investoren ein Engagement in strukturierte, bewertete Schuldinstrumente und bieten Managern neue Möglichkeiten, maßgeschneiderte Lösungen abseits klassischer Limited Partner-Strukturen anzubieten.
Kapitalüberhangquote als kritischer Engpassfaktor
Die Kapitalüberhangquote - definiert als das Verhältnis von verfügbarem Kapital (inkl. Fremdfinanzierung) zum erwarteten Transaktionsvolumen - ist mit derzeit 1,3x auf dem niedrigsten Niveau seit 2021. Schätzungen zufolge könnten die verfügbaren Mittel ohne zusätzliche Fundraising-Erfolge oder Leverage nur noch für 12 bis 18 Monate ausreichen. Im Vergleich zu anderen Segmenten der Private Markets - mit Quoten zwischen 1,8x und 2,0x - ist dies ein potenzieller Wachstumsengpass.
Die Entwicklung der Quote hängt dabei maßgeblich von drei Faktoren ab:
[A] Fundraising: Erwartet werden bis zu 200 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr - unterstützt durch Allokationssteigerungen, neue Investoren und strukturelle Marktveränderungen.
[B] Zugang zu Fremdkapital: Non-Bank-Kapitalgeber spielen eine zunehmende Rolle beim Schließen der Finanzierungslücke, die durch regulierungsbedingt eingeschränkte Bankbilanzen entstanden ist.
[C] Transaktionsvolumen: Das NAV-basierte Marktvolumen könnte sich bis 2030 auf über 400 Milliarden US-Dollar verdoppeln – was die Notwendigkeit langfristiger Kapitalplanung unterstreicht.
Fazit: Kapital bleibt zentraler Engpass für nachhaltiges Wachstum
Die Analyse von Barings kommt zu dem Schluss, dass der Sekundärmarkt zwar attraktive Diversifikations- und Cashflow-Möglichkeiten bietet und zunehmend institutionelle wie private Anleger überzeugt. Dennoch bleibt der Kapitalzugang ein zentraler Erfolgsfaktor. Der erwartete Anstieg der Transaktionen erfordert eine gezielte Steuerung der Kapitalstruktur.
Entscheidend sei laut Barings nicht nur das Fundraising durch Investor-Relations-Teams, sondern auch die Rolle der Kapitalmarktabteilungen, um alternative Finanzierungsformen zu erschließen und die Kapitalüberhangquote zu stabilisieren. Nur so könne das Wachstum der nächsten Jahre nachhaltig abgesichert werden.
Von Ian Wiese, Managing Director bei Barings Portfolio Finance
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