DPI als primärer Performance-Indikator im LP-Wettbewerb
In einem Marktumfeld, das von höheren Zinsen, verlängerten Haltedauern und verhalteneren Exitmärkten geprägt ist, hat sich der Bewertungsmaßstab für General Partner (GPs) grundlegend verschoben. Laut der Befragung von MSCI unter 130 GPs aus zwölf Ländern stufen zwei Drittel der Befragten (67%) das Nachweisen konsistenter Ausschüttungen (DPI) als oberste strategische Priorität ein. Auf Seiten der Limited Partner (LPs) stellt DPI mit 38% die am stärksten nachgefragte Kennzahl abseits des Net-IRR dar, deutlich vor MOIC (19%) und TVPI (14%).
„Im Jahr 2026 werden GPs an mehr als nur der Deal-Execution gemessen“, erklärt Luke Flemmer, Head of Private Assets bei MSCI, in der Erhebung. „LPs konzentrieren sich zunehmend auf die Stärke des übergeordneten Betriebsmodells – einschließlich der Leistungsmessung, der Berichterstattung über die Wertschöpfung und der nachhaltigen Sicherung ihres Vertrauens. Der Schwerpunkt hat sich von der Reinvestitionsdisziplin hin zu nachgewiesenen Ergebnissen verlagert.“
Hintergrund ist die verhaltene Liquiditätsgenerierung in den Portfolios: Im Jahr 2025 lagen die Ausschüttungsquoten im Private-Equity-Segment bei rund 13% des Portfoliowerts und damit deutlich unter dem historischen Mittelwert von 20%.
Technologietransformation und Defizite in der Datenarchitektur
Neben den Herausforderungen bei Fundraising (51%) und Exits (44%) identifizieren 48% der GPs fortgeschrittene Datenverarbeitung, Technologie und KI als ihre größte funktionale Fähigkeitslücke. Zwar haben 84% der befragten Manager die reine Explorationsphase bei KI überschritten und befinden sich in Pilotprojekten oder der operativen Integration, doch hinkt die zugrunde liegende Infrastruktur hinterher. Nur 12% der GPs verfügen über einen zentralisierten Datenfluss, während 42% auf lediglich teilweise vernetzte Tech-Stacks setzen. Infolgedessen nennen 26% der Befragten die KI-Integration als ihre drängendste operative Hürde.
Zugleich offenbart die Untersuchung operative Risiken in zentralen Kernprozessen. Während 62% der GPs der Effizienz bei der Transaktionsabwicklung eine hohe strategische Priorität beimessen, weisen 33% in diesem Bereich ein erhebliches Fehlerrisiko aus. Ähnliche Diskrepanzen bestehen bei der Absicherung von Bewertungen (50% Priorität vs. 33% Fehlerrisiko) sowie beim Informationszugang im Rahmen der Due Diligence.
Regionale Unterschiede bei KI-Bereitschaft, Regulierung und Liquiditätslösungen
Im regionalen Vergleich zeigt die MSCI-Erhebung markante Disparitäten. Europäische GPs weisen bei der Vorbereitung auf KI- und Technologierisiken den weltweit größten Rückstand auf: Lediglich 18% der europäischen Befragten fühlen sich adäquat vorbereitet – verglichen mit 47% in Nordamerika und 48% in Asien. Trotz einer moderaten Sorge vor Technologierisiken (46%) ergibt sich für Europa damit eine Vorbereitungslücke von 28 Prozentpunkten.
Bei der strategischen Generierung von Liquidität setzen GPs aus Nordamerika (49%) und Europa (42%) vorrangig auf Sekundärtransaktionen. Asiatische Manager weichen hiervon deutlich ab und streben zu 62% Rekapitalisierungen ihrer Fonds an. Letztere zeigen sich zudem am stärksten von makroökonomischen Risiken (72%) sowie regulatorischen und rechtlichen Hürden (66%) betroffen. Global betrachten 52% aller befragten GPs die Regulierung als Belastung; im Private-Credit-Segment steigt dieser Wert auf 65%.
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