Deutlich weniger Megarunden belasten Marktvolumen
Im Zeitraum Juli bis September 2025 flossen rund 1,3 Milliarden Euro Wagniskapital in deutsche Start-ups. Damit halbierte sich das Volumen im Vergleich zum zweiten Quartal, das stark von sechs sogenannten Megarunden über jeweils mehr als 100 Millionen Euro geprägt war. Im dritten Quartal wurde hingegen nur eine Megarunde verzeichnet. Die Anzahl der Finanzierungsrunden sank leicht auf 200 Deals.
Jahresausblick bleibt offen
Seit Jahresbeginn summieren sich die Venture-Capital-Investitionen in Deutschland auf 5,3 Milliarden Euro. Sollte das vierte Quartal ähnlich schwach ausfallen, könnte das Jahresergebnis unter dem Niveau der beiden Vorjahre bleiben. Alternativ sei bei einem stabileren Jahresendgeschäft ein Gesamtvolumen von rund sieben Milliarden Euro möglich, so KfW Research.
Schwierige Exit-Bedingungen belasten Dynamik
„Für Investoren bleibt es derzeit schwierig, aus den Unternehmen wieder auszusteigen. Der Weg über Börsengänge etwa war angesichts der fragilen Lage an den Kapitalmärkten über weite Teile des Jahres versperrt“, erklärte Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Insgesamt wurden im dritten Quartal 35 Exits registriert, im bisherigen Jahresverlauf sind es 112.
US-Investoren weiterhin zentrale Kapitalquelle
Trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten bleiben US-Investoren stark in Deutschland engagiert. Im dritten Quartal steuerten sie rund 27 Prozent des Venture-Capital-Volumens bei und sind damit weiterhin die wichtigste ausländische Finanzierungsquelle für deutsche Start-ups.
Europäische Märkte uneinheitlich
Auch in anderen EU-Ländern verzeichnete der Venture-Capital-Markt im dritten Quartal rückläufige Zahlen. Eine Ausnahme bildet Frankreich: Dort sammelten Start-ups 2,9 Milliarden US-Dollar ein - mehr als in den vorherigen Quartalen. In den USA und im Vereinigten Königreich blieb die Marktdynamik ebenfalls hoch.
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