Luxemburgs Staatsfonds investiert in Private Markets um Technologie- und Wohnungssektor zu stärken

Der Fonds souverain intergénérationnel du Luxembourg (FSIL) wird bis zu 112 Mio. Euro seines Portfolios in Private Equity und Immobilien umschichten. Ziel ist die Förderung strategischer Sektoren sowie die Positionierung Luxemburgs als Fondsstandort. Die Informationen gehen aus der Haushaltsrede von Finanzminister Gilles Roth und einem Bericht der Luxembourg Times hervor.

Private Equity

14.10.2025 10:52 Uhr

Fokus auf Technologie, Verteidigung und Wohnungsbau

Bis zu 10% des Portfolios sollen künftig in Private Equity fließen, bis zu 4% in Immobilien. Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, die Beteiligungen im Bereich Private Equity würden sich auf „die Technologie- und Verteidigungssektoren“ konzentrieren, während Immobilieninvestments „den luxemburgischen Wohnungsmarkt unterstützen“ sollen.

Aktuell hält der Fonds keine Private Markets Assets. Per 30. Juni 2025 entfielen rund 53% auf Investment-Grade-Anleihen, 46% auf Indexfonds und weniger als 1% auf liquide Mittel. Mit der Neuausrichtung sollen Aktien und Anleihen künftig weiterhin rund 82% des Portfolios ausmachen. Zudem wird ein Liquiditätspuffer von 3% angestrebt.

Zielmarke: 1 Mrd. Euro bis 2030

Der FSIL wurde 2014 gegründet und erhält jährlich rund 62 Mio. Euro aus dem Staatshaushalt. Einschließlich erwarteter Kapitalerträge rechnet das Finanzministerium mit einem Volumen von 1 Mrd. Euro bis 2030. Die Anpassung erfolgt laut Ministerium „progressiv“ und ohne festen Endtermin. „Die neue Anlagestrategie wird schrittweise umgesetzt, sobald geeignete Zielinvestments identifiziert werden“, so ein Sprecher. Priorität habe die Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen.

Positionierung Luxemburgs als Fonds-Hub

„Die Allokation wird nicht nur den lokalen Fondssektor stärken, sondern auch Luxemburgs Rolle als Zentrum für alternative Investments in Europa festigen“, sagte Stéphane Pesch, CEO der Luxembourg Private Equity and Venture Capital Association (LPEA). Durch den Einsatz staatlichen Kapitals würden „Innovation, Unternehmertum und die Realwirtschaft“ unterstützt. Die angestrebte Allokation von 14% sei „ein starker Anfang“, der Anteil könne jedoch mit der Reife des Fonds steigen.

Internationale Vergleichswerte und politischer Kontext

Zum Vergleich: Der norwegische Staatsfonds NBIM investiert rund 70% in Aktien, 27% in Anleihen, hält aber keine Private-Equity-Positionen. Weltweit lag der durchschnittliche Anteil alternativer Anlagen bei Staatsfonds laut einer Invesco-Umfrage 2024 bei 26%.

Pesch begrüßte in diesem Zusammenhang auch weitergehende europäische Initiativen: „Wir würden parallele Maßnahmen auf EU-Ebene begrüßen, um Pensionssysteme durch stärkere Allokationen in Private Markets zu stabilisieren.“ Dies unterstütze strategische Ziele wie Digitalisierung, Energiewende und Wettbewerbsfähigkeit.

Der FSIL hält inzwischen rund 1% seiner Mittel in Kryptowährungen wie Bitcoin. ESG-Standards und sozial verantwortliche Investments bleiben laut Bob Kieffer, Vorsitzender des Investmentkomitees des Fonds, weiterhin integraler Bestandteil der Strategie.

Weitere beliebte Meldungen:

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.