Fokus auf Technologie, Verteidigung und Wohnungsbau
Bis zu 10% des Portfolios sollen künftig in Private Equity fließen, bis zu 4% in Immobilien. Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, die Beteiligungen im Bereich Private Equity würden sich auf „die Technologie- und Verteidigungssektoren“ konzentrieren, während Immobilieninvestments „den luxemburgischen Wohnungsmarkt unterstützen“ sollen.
Aktuell hält der Fonds keine Private Markets Assets. Per 30. Juni 2025 entfielen rund 53% auf Investment-Grade-Anleihen, 46% auf Indexfonds und weniger als 1% auf liquide Mittel. Mit der Neuausrichtung sollen Aktien und Anleihen künftig weiterhin rund 82% des Portfolios ausmachen. Zudem wird ein Liquiditätspuffer von 3% angestrebt.
Zielmarke: 1 Mrd. Euro bis 2030
Der FSIL wurde 2014 gegründet und erhält jährlich rund 62 Mio. Euro aus dem Staatshaushalt. Einschließlich erwarteter Kapitalerträge rechnet das Finanzministerium mit einem Volumen von 1 Mrd. Euro bis 2030. Die Anpassung erfolgt laut Ministerium „progressiv“ und ohne festen Endtermin. „Die neue Anlagestrategie wird schrittweise umgesetzt, sobald geeignete Zielinvestments identifiziert werden“, so ein Sprecher. Priorität habe die Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen.
Positionierung Luxemburgs als Fonds-Hub
„Die Allokation wird nicht nur den lokalen Fondssektor stärken, sondern auch Luxemburgs Rolle als Zentrum für alternative Investments in Europa festigen“, sagte Stéphane Pesch, CEO der Luxembourg Private Equity and Venture Capital Association (LPEA). Durch den Einsatz staatlichen Kapitals würden „Innovation, Unternehmertum und die Realwirtschaft“ unterstützt. Die angestrebte Allokation von 14% sei „ein starker Anfang“, der Anteil könne jedoch mit der Reife des Fonds steigen.
Internationale Vergleichswerte und politischer Kontext
Zum Vergleich: Der norwegische Staatsfonds NBIM investiert rund 70% in Aktien, 27% in Anleihen, hält aber keine Private-Equity-Positionen. Weltweit lag der durchschnittliche Anteil alternativer Anlagen bei Staatsfonds laut einer Invesco-Umfrage 2024 bei 26%.
Pesch begrüßte in diesem Zusammenhang auch weitergehende europäische Initiativen: „Wir würden parallele Maßnahmen auf EU-Ebene begrüßen, um Pensionssysteme durch stärkere Allokationen in Private Markets zu stabilisieren.“ Dies unterstütze strategische Ziele wie Digitalisierung, Energiewende und Wettbewerbsfähigkeit.
Der FSIL hält inzwischen rund 1% seiner Mittel in Kryptowährungen wie Bitcoin. ESG-Standards und sozial verantwortliche Investments bleiben laut Bob Kieffer, Vorsitzender des Investmentkomitees des Fonds, weiterhin integraler Bestandteil der Strategie.
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