ELTIF 2.0 senkt Hürden für Private-Equity-Investments
Private Equity galt bisher als exklusive Domäne institutioneller Investoren wie Family Offices oder Stiftungen. Mit dem Inkrafttreten der überarbeiteten ELTIF-2.0-Verordnung im Januar 2024 wird diese Anlageklasse nun auch für Privatanleger*innen zugänglich. Ziel der Regulierung ist es, langfristige Investitionen in illiquide Vermögenswerte zu fördern und so die Realwirtschaft zu stärken. Die Einstiegsschwelle wurde deutlich gesenkt – bereits ab 10.000 Euro sind Investitionen möglich.
Investorenstruktur in Private Markets (global)
Quelle: Schoellerbank Wealth Management
Strukturelle Neuerungen erleichtern Zugang zu Private Markets
Private-Equity-Investments zeichnen sich durch eine hohe Komplexität und lange Laufzeiten aus. Im Gegensatz zu klassischen Fondsanlagen erfordern sie strategisches und operatives Know-how sowie aktives Management. Die neue Evergreen-Struktur – eine offene Laufzeit mit festgelegten Haltefristen – erlaubt nun auch flexiblere Ausstiegsmöglichkeiten. Laut Prenner können erste Produkte bereits nach zwei Jahren veräußert werden, was insbesondere risikosensitiven Anleger*innen entgegenkommt.
Private Markets: Potenzial jenseits der Börse
Rund 88% der globalen Unternehmen mit einem Umsatz über 100 Mio. Euro sind nicht börsennotiert. Der Bereich der Private Markets ist damit deutlich größer als das börsennotierte Aktienuniversum. Gleichzeitig bringt er ein differenziertes Risikoprofil mit sich – von risikoreichem Venture Capital bis hin zu stabileren Buy-out-Investments. Professionelles Management ist daher entscheidend für den Erfolg.
Kooperation mit etablierten Anbietern zentral
Wie die Schoellerbank im Analysebrief erklärt, kooperiert sie seit 2020 im Bereich Private Equity mit BlackRock, einem der weltweit führenden Anbieter von Private-Markets-Lösungen. Die gemeinsame Anlagestruktur basiert auf einer Evergreen-Lösung und ermöglicht eine diversifizierte Investmentstrategie. BlackRock verwaltet in diesem Segment über 450 Mrd. US-Dollar.
Auswahlkriterien für Private-Equity-Fonds
Angesichts des noch begrenzten Angebots in Österreich rät die Prenner zu einer sorgfältigen Auswahl des Investments. Wichtige Kriterien seien die Erfolgsbilanz des Managements, die Breite und Internationalität der Anlagestrategie sowie die organisatorischen Ressourcen des Anbieters. Großvolumige, diversifizierte Fonds mit breitem thematischem Fokus gelten als stabilere Beimischung zu bestehenden Portfolios.
Fazit
Private Equity ist durch ELTIF 2.0 auch für Privatanleger*innen investierbar geworden. Die regulatorischen Neuerungen eröffnen neue Wege in eine bislang schwer zugängliche Assetklasse. Trotz höherer Komplexität und eingeschränkter Liquidität kann eine strategische Beimischung zur Diversifikation beitragen – vorausgesetzt, Managementexpertise und Produktstruktur stimmen.
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