AI treibt die nächste Investitionswelle – mit Risiken
Laut Moonfare prägt der rasante technologische Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz zunehmend globale Kapitalflüsse, wirtschaftliche Machtverhältnisse und gesellschaftliche Dynamiken. Im Investmentkontext rechnet O’Sullivan mit einem schrittweisen Abfließen von Kapital aus hochbewerteten US-Aktien hin zu günstigeren Märkten und Private Equity. Zudem dürfte sich die „zweite Phase“ des AI-Booms durch spezialisierte Fonds und Manager mit Zugang zu Nischenstrategien manifestieren.
Ein weiteres Ergebnis des aktiveren Kapitalmarkts: mehr Ausschüttungen, was institutionellen Investoren neue Allokationsspielräume eröffnet – etwa für Technologien oder nicht-korrelierte Assets.
AI als Treiber einer neuen Blase?
Im Vergleich zu früheren Hypes sieht O’Sullivan die aktuelle AI-Euphorie zwar noch nicht am Höhepunkt, aber klar im Aufwärtstrend. Der Unterschied zur Dotcom-Blase: AI generiert bereits Umsätze, vor allem bei den „Magnificent Seven“, die inzwischen 40% der US-Marktkapitalisierung ausmachen. Dennoch bleiben Unsicherheiten, etwa bei der Verteilung von Produktivitätsgewinnen oder der strukturellen Rentabilität von Geschäftsmodellen, die auf AI basieren.
Ein historischer Vergleich mit der Eisenbahnblase um 1900 – damals machten Bahnaktien 60% des US-Marktes aus – dient O’Sullivan als Referenzrahmen für die aktuelle Bewertungseuphorie rund um Tech-Titel.
Gesellschaftliche Spannungen durch Automatisierung
Im zweiten Teil seiner Analyse beleuchtet Moonfare die sozialen und politischen Folgen der zunehmenden AI-Durchdringung. Der Einsatz in Arbeitsmärkten, etwa durch Robotik in Logistik oder Landwirtschaft, könnte politische Gegenreaktionen auslösen. Besonders betroffen seien jüngere und geringqualifizierte Arbeitskräfte. Gleichzeitig könne AI zur Verschärfung gesellschaftlicher Probleme wie Einsamkeit, mentaler Gesundheit oder sinkender Geburtenraten beitragen.
Auf der positiven Seite sieht O’Sullivan Potenzial in der Demokratisierung von Gesundheitsversorgung durch günstige AI-gestützte Diagnostik – insbesondere in Schwellenländern.
Ausblick
Moonfare erwartet, dass sich die wirtschaftlichen und sozialen Implikationen von AI im Jahr 2026 weiter zuspitzen. Während selektive Investoren profitieren könnten, nimmt die Polarisierung zwischen Gewinnern und Verlierern der Technologie zu – mit entsprechendem politischem Sprengstoff.
Hier finden Sie den vollständigen Moonfare Global outlook 2026 von Mike O’Sullivan, Chefökonom.
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