Ausblick Impact Investing mit Joana Castro, Head of Climate Impact, Private Equity
Erwarten Sie im kommenden Jahr eine zunehmende Nachfrage von Investoren nach Impact-Strategien?
Auch wenn die Investitionsnachfrage nach Impact-Strategien angesichts des aktuellen makroökonomischen und geopolitischen Umfelds etwas nachgelassen hat, beobachten wir weiterhin solides Interesse – insbesondere bei europäischen Investoren. Letztlich liegt der strategische Mehrwert von Impact-Investments darin, dass sie attraktive finanzielle Renditen mit messbar positiver Wirkung verbinden können. Aus unserer Sicht handelt es sich bei der derzeitigen Verlangsamung eher um eine kurzfristige Pause als um eine strukturelle Veränderung: Sobald das bereits investierte Kapital in Impact-Strategien erste überzeugende Ergebnisse liefert, wird das Bewusstsein für ihren Mehrwert als komplementärer Baustein eines gut diversifizierten Portfolios deutlich steigen.
Wie hilfreich wird Künstliche Intelligenz künftig bei der Bewertung von Impact sein?
Wir befinden uns aktuell noch in einer frühen Phase der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Impact-Bewertung. In unserem Marktsegment erweist sich KI derzeit vor allem als nützlich bei der effizienteren Erhebung von Daten sowie bei der Verbesserung von Datenqualität und -genauigkeit. Wenn es jedoch um die tatsächliche Bewertung der Wirkung geht, steht ein wirklich belastbares und aussagekräftiges Tool noch aus.
Wir gehen jedoch davon aus, dass sich in den nächsten Jahren neue KI-gestützte Lösungen entwickeln werden – Tools, die entweder als zweite Meinung oder als Frühwarnsystem neben der menschlichen Beurteilung fungieren können. Solche Entwicklungen könnten dazu beitragen, Verzerrungen zu reduzieren, die Konsistenz zu erhöhen und die Impact-Bewertung objektiver und messbarer zu machen – was letztlich zu einer noch besseren Zielerreichung in der Wirkungsmessung beitragen kann.
Ausblick Direktbeteiligungen mit PJ Frederix, Head of Directs, Private Equity
Nach zwei Jahren verhaltener Aktivität – bringt 2026 endlich eine Erholung bei Direktbeteiligungen?
Wir erwarten, dass sich der M&A-Markt 2026 weiter erholen wird – getragen von sinkenden Finanzierungskosten, einer sich stabilisierenden Inflation und einem angestauten Bedarf an Exit-Möglichkeiten. Allerdings haben sich ähnliche Erholungsszenarien in den vergangenen Jahren nicht vollständig realisiert, da anhaltende makroökonomische Unsicherheiten – darunter die Zollverwerfungen und die Handelsunsicherheit des Jahres 2025 – die Zeitpläne verlängert und das Vertrauen gebremst haben. Zugleich agieren Käufer disziplinierter: Strengere Underwriting-Standards und intensivere Due-Diligence-Prozesse führen zu längeren Transaktionszyklen und einer wachsenden Zahl gescheiterter Deals.
In diesem weiterhin von Unsicherheit geprägten Umfeld bieten sogenannte Mid-Life-Investments ein besonders attraktives Chancen-Risiko-Profil. Dabei handelt es sich um Transaktionen, bei denen General Partners (GPs) zusätzliches Kapital benötigen, um Zukäufe zu finanzieren, neue Wachstumsinitiativen umzusetzen oder Rekapitalisierungen durchzuführen, die teilweise Liquidität freisetzen. Durch die Zusammenarbeit mit einem GP, der das Unternehmen bereits gut kennt und über einen bewährten Wertsteigerungsplan verfügt, können wir ein beschleunigtes Wachstum ermöglichen und den Weg zum Exit verkürzen. Selbst wenn sich die allgemeine Markterholung im M&A-Bereich weiterhin uneinheitlich vollzieht, werden Mid-Life-Transaktionen auch künftig eine widerstandsfähige und qualitativ hochwertige Deal-Quelle darstellen.
Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Continuation Vehicles – bleibt noch Raum für Mid-Life-Investments?
Continuation Vehicles und Mid-Life-Transaktionen verfolgen unterschiedliche Zielsetzungen innerhalb der Portfolio-Management-Strategie eines GP. Während Continuation Funds in der Regel für besonders leistungsstarke Beteiligungen geeignet sind, deren Wertschöpfungspotenzial noch nicht vollständig ausgeschöpft ist, konzentrieren sich Mid-Life-Investments auf Unternehmen, die sich bereits in der Exit-Phase befinden und zusätzliches Kapital für die finale Wachstumsphase benötigen. Unsere Beteiligung erfolgt häufig in Form von vorrangig strukturierten Finanzierungsinstrumenten (Preferred Instruments), um eine Interessengleichheit zwischen neuen und bestehenden Investoren sicherzustellen. Gleichzeitig bleibt der Fokus auf einen zeitgerechten Exit erhalten – bei gleichzeitiger Begrenzung von Abwärtsrisiken.
Gerade im Mid-Market-Bereich sind Continuation Vehicles nach wie vor deutlich weniger verbreitet, da GPs in diesem Segment oft über weniger Finanzierungsoptionen und kleinere Investor-Relations-Teams verfügen. Dies eröffnet spezialisierten Co-Investment-Teams wie dem unseren die Möglichkeit, maßgeschneidertes, partnerschaftlich ausgerichtetes Kapital an strategisch entscheidenden Wendepunkten bereitzustellen. Durch flexible Finanzierungsstrukturen, die sowohl Wachstum als auch Liquidität fördern, können wir gemeinsam mit Mid-Market-GPs Ergebnisse erzielen, die über herkömmliche Co-Investment-Strukturen hinausgehen – und zugleich das Cashflow-Profil unserer Direktbeteiligungsportfolios stärken.
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