Biotech-Report 2025: Börsenboom fängt VC-Flaute nur teilweise auf

Die Finanzierung der deutschen Biotechnologiebranche blieb 2025 unter dem Vorjahresniveau, zog jedoch im zweiten Halbjahr deutlich an. Laut BIO Deutschland und EY zeigt sich ein durchwachsenes Bild: Schwächen bei Wachstumskapital, Lichtblicke bei börsennotierten Unternehmen.

Statistiken & Regulatorik

12.01.2026 09:20 Uhr

Zwei Großdeals prägen das Finanzierungsjahr

Nach einem schwachen ersten Halbjahr mit nur 337 Mio. Euro entwickelte sich die Kapitalaufnahme der deutschen Biotech-Unternehmen im weiteren Jahresverlauf deutlich dynamischer. Insgesamt erreichte das eingeworbene Eigenkapital laut einer gemeinsamen Erhebung von BIO Deutschland e. V. und EY 1,787 Mrd. Euro – rund 7% weniger als 2024 (1,917 Mrd. Euro).

Den größten Anteil am Gesamtvolumen hatten zwei Unternehmen: Die QIAGEN N.V. sammelte 642 Mio. Euro ein, die Tubulis GmbH erzielte in einer Serie-C-Runde 344 Mio. Euro. Zusammengenommen machten diese beiden Transaktionen 55% der Gesamtfinanzierung aus.

Weniger Venture Capital, mehr Börsenkapital

Private Biotech-Unternehmen erhielten 2025 nur 593 Mio. Euro Venture Capital – ein Rückgang um 34% gegenüber dem Vorjahr (898 Mio. Euro). Börsennotierte Unternehmen steigerten dagegen ihr Finanzierungsvolumen um 20% auf 1,194 Mrd. Euro. Neue Börsengänge fanden nicht statt.

BIO Deutschland sieht trotz der Schwächen im Bereich Wachstumskapital positive Signale im Markt. „Trotz eines schwierigen Finanzierungsumfelds und herausfordernder geopolitischer Rahmenbedingungen ist es unserer Branche wieder gelungen, mehr als 1,7 Mrd. Euro einzuwerben“, so Roland Sackers, Vorstandsvorsitzender von BIO Deutschland.

Internationale Wettbewerbsfähigkeit unter Druck

Im internationalen Vergleich bleibt der Standort Deutschland zurück: In Großbritannien und der Schweiz wurde bereits in den ersten drei Quartalen mehr Venture Capital in Biotech investiert als in Deutschland im gesamten Jahr. In den USA lag das Finanzierungsvolumen bei über 14 Mrd. Euro innerhalb der ersten neun Monate.

EY betont die strukturellen Herausforderungen im deutschen Markt, insbesondere im steuerlichen Bereich. Im Vergleich zu den USA, UK und der Schweiz fließt nur ein Bruchteil des Risikokapitals in deutsche Biotech-Firmen – bei gleichzeitig hohen steuerlichen Belastungen für Kapitalgesellschaften.

Die Studienautoren sehen in der schnellen Umsetzung von Wachstumsfonds auf EU- und Bundesebene sowie dem Abbau bürokratischer Hürden zentrale Hebel, um die Finanzierung innovativer Biotechnologie in Deutschland langfristig zu stärken.

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