Zwei Großdeals prägen das Finanzierungsjahr
Nach einem schwachen ersten Halbjahr mit nur 337 Mio. Euro entwickelte sich die Kapitalaufnahme der deutschen Biotech-Unternehmen im weiteren Jahresverlauf deutlich dynamischer. Insgesamt erreichte das eingeworbene Eigenkapital laut einer gemeinsamen Erhebung von BIO Deutschland e. V. und EY 1,787 Mrd. Euro – rund 7% weniger als 2024 (1,917 Mrd. Euro).
Den größten Anteil am Gesamtvolumen hatten zwei Unternehmen: Die QIAGEN N.V. sammelte 642 Mio. Euro ein, die Tubulis GmbH erzielte in einer Serie-C-Runde 344 Mio. Euro. Zusammengenommen machten diese beiden Transaktionen 55% der Gesamtfinanzierung aus.
Weniger Venture Capital, mehr Börsenkapital
Private Biotech-Unternehmen erhielten 2025 nur 593 Mio. Euro Venture Capital – ein Rückgang um 34% gegenüber dem Vorjahr (898 Mio. Euro). Börsennotierte Unternehmen steigerten dagegen ihr Finanzierungsvolumen um 20% auf 1,194 Mrd. Euro. Neue Börsengänge fanden nicht statt.

BIO Deutschland sieht trotz der Schwächen im Bereich Wachstumskapital positive Signale im Markt. „Trotz eines schwierigen Finanzierungsumfelds und herausfordernder geopolitischer Rahmenbedingungen ist es unserer Branche wieder gelungen, mehr als 1,7 Mrd. Euro einzuwerben“, so Roland Sackers, Vorstandsvorsitzender von BIO Deutschland.
Internationale Wettbewerbsfähigkeit unter Druck
Im internationalen Vergleich bleibt der Standort Deutschland zurück: In Großbritannien und der Schweiz wurde bereits in den ersten drei Quartalen mehr Venture Capital in Biotech investiert als in Deutschland im gesamten Jahr. In den USA lag das Finanzierungsvolumen bei über 14 Mrd. Euro innerhalb der ersten neun Monate.
EY betont die strukturellen Herausforderungen im deutschen Markt, insbesondere im steuerlichen Bereich. Im Vergleich zu den USA, UK und der Schweiz fließt nur ein Bruchteil des Risikokapitals in deutsche Biotech-Firmen – bei gleichzeitig hohen steuerlichen Belastungen für Kapitalgesellschaften.
Die Studienautoren sehen in der schnellen Umsetzung von Wachstumsfonds auf EU- und Bundesebene sowie dem Abbau bürokratischer Hürden zentrale Hebel, um die Finanzierung innovativer Biotechnologie in Deutschland langfristig zu stärken.
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