Der Markt für Private-Equity-Zweitmarkte hat im vergangenen Jahr ein Rekordvolumen von 226 Mrd. USD erreicht – ein Plus von 41 % gegenüber dem Vorjahr. Laut einem Bericht des Beratungsunternehmens Evercore entwickelte sich das Segment damit endgültig von einer Nische zu einem strukturellen Bestandteil der privaten Märkte.
Portfolioverkäufe als Haupttreiber
Den größten Anteil am Transaktionsvolumen machten mit rund 120 Mrd. USD Portfolioverkäufe durch Limited Partners (LPs) aus. Diese institutionellen Investoren nutzen den Zweitmarkt zunehmend proaktiv, um ihre Bestände zu steuern. Nigel Dawn, Global Head of Private Capital Advisory bei Evercore, kommentiert diese Entwicklung: „Limited Partners haben die Liquidität durch strategische Verkäufe ihrer Portfolios selbst in die Hand genommen.“
Aufstieg der Continuation Funds
Parallel dazu stiegen die von General Partnern (GPs) initiierten Transaktionen um etwa 50% auf 106 Mrd. USD. Getrieben wurde dieses Wachstum vor allem durch sogenannte Continuation Funds. Inzwischen entstehen sogar komplexere Strukturen wie „CV-squared“-Modelle, bei denen Vermögenswerte von einem Fortführungsvehikel in das nächste übertragen werden.
Diversifizierung der Anlageklassen
Während Buyouts weiterhin den Kern des Marktes bilden, gewinnen andere Strategien an Bedeutung. Private Credit machte bereits 11% des GP-geführten Volumens aus; auch Infrastruktur- und Venture-Capital-Strategien nehmen zu.
Hintergrund dieser Dynamik sind die anhaltend hohen Zinssätze. Diese haben traditionelle Ausstiegswege und Barausschüttungen verlangsamt, was sowohl Anleger als auch Fondsmanager dazu zwingt, neue Wege für das Capital Recycling und das Portfoliomanagement zu finden.
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