Der asiatisch-pazifische Markt für Privatvermögen steht vor einem strukturellen Umbruch. Laut dem aktuellen Bericht Private Assets in Private Wealth Portfolios APAC: Outlook for 2026 von Novantigo könnten die Allokationen in private Vermögenswerte in der Region bis zum Jahr 2032 auf bis zu 3,4 Billionen US-Dollar ansteigen. Diese Entwicklung bietet insbesondere für US-amerikanische und europäische Asset Manager erhebliche Chancen, sofern sie über die passenden Strukturen und eine lokale Präsenz verfügen.
Evergreen-Strukturen als Wachstumstreiber
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die rasante Verbreitung von sogenannten „Evergreen“-Fonds (offene Strukturen ohne feste Laufzeit). Während rund 60% der Distributoren in der APAC-Region diese Strategien bereits anbieten, planen weitere 34% deren Einführung bis 2026. Damit agiert der asiatische Markt deutlich dynamischer als der europäische.
Justina Deveikyte, Mitbegründerin und Managing Partner von Novantigo, erklärt dazu: „Evergreen-Fonds entwickeln sich vom Experiment zum Kernbaustein privater Vermögensportfolios in Asien. Die Vermögensbasis der Region ist in Privatmärkten noch relativ unterinvestiert, und Evergreen-Strukturen bieten eine praktischere, skalierbare Möglichkeit für Anleger, Engagement aufzubauen, ohne die Komplexität der Verwaltung mehrerer Jahrgänge und Drawdown-Verpflichtungen.“
Aktueller Anteil von Evergreen-Fonds nach regionalem Investitionsschwerpunkt
Quelle: Novantigo Private Banks and Wealth Managers Survey December 2025
Strategische Neuausrichtung und Nischenprodukte
Für das Jahr 2026 erwartet Novantigo eine Verschiebung des Interesses. Während rein US-zentrierte Strategien an Momentum verlieren könnten, rücken globale, APAC-fokussierte und selektiv auch europäische Gelegenheiten in den Fokus. Neben klassischen Kreditstrategien (Senior Secured Debt) steigt die Nachfrage nach Spezialthemen: 54% der Befragten planen, Secondaries-Fonds aufzunehmen, während 56% auf Infrastrukturprojekte im Bereich der Energiewende setzen.
Trotz der Offenheit für verschiedene Jurisdiktionen wie Luxemburg oder die Cayman Islands betont der Bericht, dass operative Details entscheidend sind. USD-denominierte Anteilsklassen und eine physische Präsenz vor Ort gelten mittlerweile als „Hygiene-Faktoren“ – also als absolute Mindestanforderung für den langfristigen Erfolg.
Marke als Vertrauensanker
Bei der Auswahl der Fondsanbieter spielen der Ruf der Marke (62%) und der Track Record (68%) eine übergeordnete Rolle. In einem komplexen regulatorischen Umfeld fungiert eine bekannte Marke oft als eine Art „Governance-Abkürzung“.
André Schnurrenberger, Co-Founder von Novantigo, führt aus: „Marke ist in den APAC-Privatmärkten nicht nur ein Marketingvorteil – sie ist effektiv eine Abkürzung für Governance und Risikomanagement für Distributoren. Besonders bei Evergreen-Strukturen, bei denen die Kundenbeziehungen fortlaufend sind und Liquiditätserwartungen sorgfältig verwaltet werden müssen, reduziert ein anerkannter Manager die Reibungsverluste in jeder Phase.“
Ausblick: Das 3,4-Billionen-Dollar-Potenzial
Bis 2032 wird ein Anstieg der Allokationen auf 2,5 bis 3,4 Billionen US-Dollar prognostiziert. In Märkten wie Australien und Singapur könnten Evergreen-Fonds künftig 70% bis 80% der Neuzuflüsse ausmachen. Für globale Asset Manager bedeutet dies, dass der Erfolg in der Region weniger von der bloßen Fondsdomizilierung abhängt, sondern von der Fähigkeit, operative Stärke mit lokaler Expertise und einer glaubwürdigen Marke zu kombinieren.
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