Analyse auf Transaktionsebene schafft Transparenz
Die aktuellen Benchmarks basieren auf einer detaillierten Auswertung von über 65.000 Beteiligungen in mehr als 3.000 Private-Equity-Fonds. Mit einem abgedeckten Kapitalvolumen von 3,7 Billionen US-Dollar seit 1999 zielt die Analyse darauf ab, Risiko- und Renditefaktoren auf Ebene der einzelnen Portfolio-Unternehmen sichtbar zu machen. Laut HarbourVest ist diese Granularität entscheidend, um Private-Market-Allokationen fundiert mit öffentlichen Marktindizes zu vergleichen.
Quelle: HarbourVest-Daten. Benchmarks für die Sektoren Energie, Immobilien und Versorgungsunternehmen werden nicht angezeigt, da diese zum 30.09.2025 weniger als 2 % des Marktwerts ausmachen. Die annualisierten zeitgewichteten Renditen sind in USD angegeben, brutto vor Gebühren und Carry (erfolgsabhängige Vergütung). *Die Kategorie „Konsumgüter“ (Consumer) fasst die Sektoren Nicht-Basiskonsumgüter und Basiskonsumgüter zusammen.
In den letzten 12 Monaten (Stand 30.09.2025) waren die Auswirkungen der Wechselkurse (FX) auf die Europa-Benchmark erheblich, wobei die Rendite in USD etwa 5,9 % über der Rendite in EUR lag. Über die Zeiträume von 5 und 10 Jahren waren die Wechselkurseffekte eher neutral (< 0,6 %).
David Atterbury, Head of EMEA bei HarbourVest Partners, ordnet die Ergebnisse ein: „Trotz jahrzehntelangem verhaltenem Wirtschaftswachstum hat der europäische Private-Equity-Sektor durchweg starke Renditen erzielt, insbesondere bei Managern im obersten Quartil. Unsere Daten zeigen, dass die weniger wettbewerbsintensive Marktstruktur in Europa und die wachsende Zahl branchenorientierter Manager weiterhin ein vorteilhaftes Umfeld für die langfristige Wertschöpfung schaffen.“
Industrie und IT als Renditestützen in Europa
Im europäischen Markt stach primär der Industriesektor hervor. Dieser erzielte über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Rendite von 24,6% und über zehn Jahre 23,2%. „Mittel- bis langfristig wurde die starke Performance des Industriesektors durch fragmentierte Märkte, attraktive Einstiegsbewertungen und eine beständige Nachfrage aufgrund langfristiger Trends beflügelt“, kommentiert Atterbury.
Auch der IT-Sektor lieferte mit 20,7% (fünf Jahre) und 22,3% (zehn Jahre) ein volatiles, aber hohes Wachstumsniveau. Kurzfristig betrachtet, also auf Sicht von zwölf Monaten, lag jedoch der Sektor Kommunikationsdienstleistungen mit 20,8% an der Spitze, gefolgt von IT mit 17,4%. HarbourVest sieht insbesondere in der digitalen Transformation Europas weiteres Potenzial, da die IT-Investitionen im Vergleich zu den USA noch signifikantes Aufholpotenzial aufweisen.
Globaler Vergleich und methodischer Ansatz
Im globalen Kontext (Global-Buyout-Benchmark) zeigte sich ein differenzierteres Bild: Während der Finanzsektor im vergangenen Jahr mit 16,3% führte, war IT auf Zehn-Jahres-Sicht mit 22,9% die stärkste Kraft. In den USA dominierte der Finanzsektor sowohl auf Ein-Jahres-Sicht (20,1%) als auch über fünf Jahre (22,2%).
Sofia Gertsberg, Head of Quantitative Investment Science bei HarbourVest, betont die Bedeutung der Datenqualität: „Anhand der HV PE-Investment-Benchmarks können Anleger nachvollziehen, wie sich die Privatmärkte entwickelt haben und welche Faktoren maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Dies ermöglicht einen aussagekräftigeren Vergleich mit Benchmarks der öffentlichen Märkte.“ Durch die Aufschlüsselung nach Sektoren und Branchengewichtungen biete das Modell eine Detailgenauigkeit, die über herkömmliche Daten auf Fondsebene hinausgehe.
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