Das Berliner Unternehmen Credibur reagiert auf die wachsende Komplexität bei Asset-Based-Finance und die damit verbundenen Anforderungen an die Risikoüberwachung. Wie das Fintech erklärte, sind mittlerweile strukturierte Kreditportfolios im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro an die Plattform angebunden. Diese werden durch Monitoring-Prozesse, Verifizierungen und Backup-Servicing unterstützt.
Strukturelle Defizite in der Portfolio-Governance
Der europäische Markt für Structured Credit, der Verbriefungen und Private Debt-Fazilitäten umfasst, weist laut Daten der Association for Financial Markets in Europe (AFME) ein Volumen von rund 1,27 Billionen Euro auf. Allein im Jahr 2025 erreichten die Emissionen 252 Milliarden Euro. Trotz dieser Volumina bleibt die operative Überwachung oft fragmentiert. Kreditgeber stehen vor der Herausforderung, komplexe Fazilitätsstrukturen unabhängig auf die Einhaltung von Covenants, Cashflows und Bonitätskriterien zu prüfen. In der Praxis führt dies dazu, dass Datenqualitätsprobleme häufig erst mit zeitlicher Verzögerung bei den nächsten Reporting-Deadlines identifiziert werden können.
Automatisierung des Monitoring-Prozesses
Die Plattform von Credibur setzt auf eine direkte Anbindung an Originatoren, Servicer und Zahlungssysteme, um Portfoliodaten laufend mit den tatsächlichen Cashflows abzugleichen. Covenants und Konzentrationsgrenzen werden automatisiert überwacht, während das System Unregelmäßigkeiten in den Zahlungsströmen direkt erfasst. Ziel ist die Bereitstellung eines konsistenten Datensatzes für Kreditgeber und Fondsmanager, der über manuelle Dateneingaben hinausgeht.
„Non-Bank-Lending hat sich schneller skaliert als die operative Infrastruktur dahinter“, erklärt Nicolas Kipp, Gründer und CEO von Credibur. „Kreditgeber verwalten über den gesamten Fazilitätslebenszyklus hinweg komplexe Strukturen noch immer mit veralteter Software und manueller Dateneingabe.“
Anwendungsbereiche im Structured-Credit-Sektor
Die Plattform wird derzeit von Kreditgebern, Originatoren und Fondsmanagern in Europa, UK und den USA genutzt. Die Abdeckung umfasst unter anderem KMU-Kredite, Leasing, Rechnungsfinanzierung und Konsumentenkredite. Zu den Nutzern zählen unter anderem der Fondsmanager Montold und der digitale Leasinganbieter Greenleaze. Nicolas Kipp, zuvor Mitgründer der Plattform Banxware, sicherte für das Unternehmen zum Start eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 2,2 Millionen US-Dollar. Die Skalierung auf ein Fazilitätsvolumen von zwei Milliarden Euro innerhalb eines halben Jahres verdeutlicht den technologischen Nachholbedarf bei der Verwaltung privater Kreditstrukturen.
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