KBRA-Analyse: KI-Risiken für Private-Credit-Portfolios bleiben beherrschbar

Die Ratingagentur KBRA untersucht in einer aktuellen Analyse die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf Software-Unternehmen in Private-Credit-Portfolios. Trotz punktueller Disruptionen und Schwächen bei Firmen mit kurzfristigen Laufzeiten bleibt das Gesamtrisiko für Direct Lender dank Diversifikation moderat. Makroökonomische Faktoren stellen derzeit eine größere Bedrohung für die Kreditqualität dar als der technologische Wandel.

Statistiken & Regulatorik

03.04.2026 11:05 Uhr

Künstliche Intelligenz (KI) sorgt im Segment der Assetklasse Private Credit für eine zunehmende Differenzierung der Renditen, stellt jedoch kein systemisches Risiko für die Stabilität von Direct-Lending-Vehikeln dar. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von KBRA, wie die Agentur in einem Research-Bericht ausführte. Zwar könnten einzelne durch Sponsoren finanzierte Kreditnehmer mit struktureller Anfälligkeit für KI-Disruptionen unter Druck geraten, doch die Mehrheit der Software-nahen Unternehmen verfüge über ausreichend Zeit und finanzielle Flexibilität, um auf die Veränderungen zu reagieren.

Fokus auf das Software- und Technologie-Kohorte

Im Rahmen der Studie analysierte KBRA 495 Unternehmen aus den Bereichen Software, IT und Datendienste, die rund 20% des gesamten Portfolios von über 2.400 mittelständischen Kreditnehmern ausmachen. Dabei identifizierte die Agentur 165 Unternehmen mit einem vergleichsweise hohen KI-Risiko. Diese Gruppe weist bereits heute das schwächste mediane Finanzprofil innerhalb des Sektors auf, mit stagnierenden oder rückläufigen Umsätzen.

Die Analyse zeigt, dass 25% dieser risikobehafteten Unternehmen bis Ende des zweiten Quartals 2027 vor Fälligkeiten stehen. In einem hypothetischen Szenario, in dem alle 41 betroffenen Firmen ausfallen würden, stiege der KBRA Middle Market Default Monitor (KMDM) wertmäßig lediglich von 2,0% auf 2,9%. "Dieses Maß an Diversifizierung dürfte die Auswirkungen von KI-bezogenem Stress auf einzelne Manager abmildern", hält KBRA in der Mitteilung fest.

Verändertes Verhalten von Ländnern und Sponsoren

Obwohl die KI-bedingte Disruption eher graduell verläuft, hat sich das Verhalten am Markt bereits angepasst. KBRA beobachtet, dass Kreditgeber zusätzliche Covenants fordern oder Loan Spreads um 100 Basispunkte oder mehr erhöhen. In einigen Fällen zeigen sich Direct Lender nicht mehr bereit, Laufzeiten für Unternehmen zu verlängern, die als technologisch anfällig gelten.

Die Unterstützung durch General Partner bleibt ein entscheidender Faktor, hängt jedoch stark von der Verteidigungsfähigkeit der Geschäftsmodelle ab. Erhöhte Anforderungen an Technologieinvestitionen und niedrigere Bewertungsmultiplikatoren könnten die Bereitschaft der Sponsoren verringern, zusätzliches Eigenkapital zur Entschuldung bereitzustellen.

Makroökonomische Risiken überwiegen

Trotz der technologischen Dynamik stuft KBRA andere Faktoren als kritischer ein: „Nach unserer Einschätzung stellen allgemeinere makroökonomische Gegenwinde – darunter der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, erhöhte Energiepreise, hartnäckige Inflation und ein 'higher-for-longer' Zinsumfeld – ein größeres kurzfristiges Risiko für die Kreditbedingungen dar als KI."

Erste operative Auswirkungen der KI-Adoption sind dennoch spürbar: Längere Sales-Zyklen und die Reallokation von Kundenbudgets hin zu KI-Initiativen führen bereits zu verlangsamtem Wachstum und Margendruck bei etablierten Software-Anbietern. Dennoch wird mit keiner signifikanten Herabstufung von KBRA-gerateten Kreditvehikeln gerechnet.

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