Der globale Markt für Fusionen und Übernahmen gewinnt 2026 erheblich an Fahrt, wobei die Dynamik maßgeblich von Finanzinvestoren ausgeht. Wie KPMG im Rahmen einer aktuellen Pressemitteilung erläuterte, planen 37% der befragten Private-Equity-Investoren für das laufende Jahr mehr als fünf Transaktionen. Im Gegensatz dazu zeigen sich Corporate-Entscheider mit 20% deutlich zurückhaltender. Strategisch dominieren der Markteintritt in neue Regionen (58%) sowie der technologische Ausbau das Geschehen.
Fokus auf Mid-Cap-Segmente und Carve-outs
Trotz der hohen Aktivität bleibt die Risikofurcht bei Großtransaktionen bestehen. Laut den Studienergebnissen von KPMG werden voraussichtlich 95% der PE-Deals unter der Grenze von 1 Mrd. USD liegen, wobei das Kernsegment zwischen 250 und 500 Mio. USD angesiedelt ist. Ein prägendes Element des Marktes ist die Zunahme von Carve-outs. 71% der PE-Häuser prüfen derzeit aktiv Portfolio-Abspaltungen, während 55% bereits konkrete Transaktionen vorbereiten.
„Für Private Equity bieten Carve-outs erhebliches Potenzial Operational Alpha durch eine klare Value-Creation-Agenda zu realisieren“, so Tilman Ost, Global Private Equity Advisory Leader bei KPMG. Unternehmen nutzen diese Desinvestitionen primär zur Schärfung des Kerngeschäfts und zur Kapitalfreisetzung für transformative Investitionen.
Künstliche Intelligenz als Standard in der Due Diligence
Ein technologischer Paradigmenwechsel vollzieht sich in der Transaktionsabwicklung. KI-Anwendungen sind mittlerweile fest in den Prozessen verankert: 56% der Akteure nutzen die Technologie in der Due Diligence und Bewertung, während 53% auf KI-gestütztes Deal Sourcing setzen. Die Effizienzgewinne sind dabei substanziell. 17% der Befragten melden Produktivitätssteigerungen von über 25% in der Modellierung und Planung.
Herausforderungen in der operativen Entflechtung
Trotz der technologischen Unterstützung bleibt die Komplexität hoch. Die operative Entflechtung von Geschäftsbereichen (52%) sowie die Trennung von IT- und Datenstrukturen (40%) werden als primäre Risiken identifiziert. Zudem erschweren komplexe Bewertungsfragen und die Sicherung von Schlüsselpersonal die erfolgreiche Umsetzung von Transaktionen, wie aus der Analyse von KPMG hervorgeht. Insbesondere bei Carve-outs und Joint Ventures steigen die Anforderungen an das Integrationsmanagement über das Niveau klassischer Übernahmen hinaus.
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