Das britische Technologieunternehmen Exergy3 hat die Inbetriebnahme eines neuartigen, CO2-armen Wärmesystems in der schottischen Annandale Distillery bekannt gegeben. Wie Exergy3 in einer Pressemitteilung an PrivateMarkets360 ausführte, liefert die Anlage Prozesswärme mit Temperaturen von bis zu 1.200°C aus emissionsfreien Quellen. Das Projekt zielt auf die Dekarbonisierung der industriellen Wärme ab, die für rund 18% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist und technologisch als schwer zu transformieren gilt.
Thermische Speicherung als Lösung für Abregelungsproblematik
Kern der Technologie ist ein modulares Energiespeichersystem, das Strom in thermische Energie wandelt und diese mit hoher Dichte vorhält. Ein entscheidender ökonomischer Faktor ist die Nutzung von "Curtailed Energy". In Märkten mit hohem Windkraftanteil wie dem Vereinigten Königreich fallen signifikante Kosten für den Netzausgleich an, da Anlagen bei Überkapazitäten abgeregelt werden müssen. Die Technologie von Exergy3 nutzt diesen überschüssigen Strom, um kostengünstige, CO2-freie Wärme zu generieren.
Markus Rondé, CEO von Exergy3, betont das Potenzial für die Industrie: „Über die Whiskyproduktion hinaus könnte unsere Lösung die globalen industriellen CO2-Emissionen halbieren – und das zu niedrigeren Kosten als Gas, während gleichzeitig die stark steigenden Abregelungskosten reduziert werden.“
Skalierbarkeit und operative Integration
Das System ist modular aufgebaut und benötigt eine geringe Stellfläche, was die Nachrüstung in bestehenden Industrieanlagen (Brownfield-Projekte) erleichtert. In der Annandale Distillery kommen drei Module mit einer Gesamtkapazität von 30MWh zum Einsatz, die heiße Luft an einen Kessel des Partners Cochran Ltd liefern. Dieser wandelt die Energie in Prozessdampf mit 10bar Druck um.
Gegenüber alternativen Pfaden wie Wasserstoff oder Carbon Capture bietet die thermische Speicherung laut Hersteller deutlich kürzere Realisierungszeiten. Das System kann parallel zur bestehenden Infrastruktur betrieben werden, was einen schrittweisen Übergang ermöglicht und die Versorgungssicherheit erhöht.
Wirtschaftlichkeit und Effizienzparameter
Für institutionelle Investoren im Bereich Infrastructure und Energy Transition sind insbesondere die Effizienzdaten relevant. Das System weist einen Speicherwirkungsgrad von bis zu 96% auf, wobei die thermischen Verluste innerhalb von 24 Stunden unter 1% liegen. Prof. David Thomson, Mitgründer der Annandale Distillery, erklärte im Rahmen der Projektvorstellung: „Dass dies nun auch wirtschaftlich möglich ist und gleichzeitig dazu beiträgt, die steigenden Kosten für den Ausgleich des Stromsystems zu senken, macht diese Technologie äußerst leistungsfähig.“
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