Die globalen Märkte bleiben durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten und strukturelle Verschiebungen in den Bereichen Energie und Technologie volatil. Wie Dr. Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital, im Private Markets Outlook Q2 2026 darlegt, bietet dieses Umfeld jedoch gezielte Chancen für langfristige Investoren. Während Public Equity teils Rekordhochs markierte, haben vier Jahre gedämpfter Aktivität in den Private Markets zu Ineffizienzen geführt, die nun attraktive Einstiegspunkte eröffnen.
Private Equity: Fokus auf das mittlere Marktsegment
Nach Einschätzung von Schroders Capital verläuft die Erholung im Private-Equity-Sektor ungleichmäßig. Ein signifikanter Exit-Stau und eine starke Kapitalkonzentration auf Large-Cap-Fonds prägen das Bild. Dies führt zu einer Unterkapitalisierung im Small- und Mid-Market, wo laut Rode Bewertungsabschläge von 20% bis 40% gegenüber Large-Cap-Buyouts zu beobachten sind.
Kleine Unternehmen zeichnen sich zudem durch eine stärkere binnenwirtschaftliche Orientierung aus, was sie weniger anfällig für globale Handelsstörungen macht. „Buyouts von Small- und Mid-Caps haben langfristig die von Large-Caps übertroffen“, so Rode im Rahmen der Veröffentlichung. Ergänzend dazu rücken Continuation Vehicles in den Fokus, die neben schnellerer Liquidität auch besser prognostizierbare Renditeprofile bieten. Im Bereich Venture Capital favorisiert Schroders die Frühphase, da im Late-Stage-Segment durch KI-Investitionen teils erhebliche Bewertungsrisiken entstanden sind.
Buyouts von Small-/Mid-Caps haben langfristig am stärksten abgeschnitten
Quelle: Preqin Pro, Stand der Daten: 4. Februar 2026, Schroders Capital, 2026. Die verwendete Währung ist der US-Dollar. Buyout – Small-Cap umfasst geschlossene Private Equity-Fonds unter 500 Mio. US-Dollar, Buyout – Mid-Cap zwischen 500 und 1,5 Mrd. US-Dollar, Buyout – Large-Cap zwischen 1,5 und 4,5 Milliarden US-Dollar und Buyout – Mega-Cap über 4,5 Mrd. US-Dollar. Die geäußerten Ansichten sind die von Schroders Capital und können nicht verifiziert werden.
Differenzierung im Private-Debt-Universum
Trotz der anhaltenden Kritik am klassischen Direct Lending weist das breitere Spektrum der Kreditalternativen eine bemerkenswerte Stabilität auf. Die oft zitierten Risiken wie Klumpenrisiken in bestimmten Sektoren oder Liquiditätsdruck in einzelnen Vehikeln müssen differenziert betrachtet werden. Wie Schroders Capital in ihrem Marktausblick betont, fungieren vertragliche Gating-Mechanismen hier als effektiver Schutz gegen Notverkäufe, während das Universum jenseits des Mainstreams deutlich vielschichtiger agiert.
Prämie von Private Debt ist höher, aber nicht konstant
Quelle: Schroders Capital, Bloomberg, CS, Swiss Re, Bank of America, Stand: September 2025. Die geteilten Ansichten und Meinungen sind die des Schroders Capital Securitized Products & Asset-Based Finance Teams und können sich ändern. Zu illustrativen Zwecken gezeigt und nicht als Anlageberatung zu betrachten.
Für institutionelle Portfolios, die auf der Suche nach robusten Cashflows und Diversifikationseffekten sind, bieten laut der Mitteilung vor allem besicherte Strategien einen Mehrwert:
- Infrastructure Debt: Bleibt eine defensive Quelle für stabile Erträge, gestützt durch die systemrelevante Bedeutung der zugrunde liegenden Assets.
- Asset-Based Finance: Bietet durch Granularität (z. B. Hypotheken oder Autokredite) Schutz vor Einzel-Emittentenrisiken und profitiert von variablen Zinsen.
- Insurance-linked Securities: Diese fungieren als echte Diversifizierer, da ihre Performance von versicherten Ereignissen und nicht von Wirtschaftszyklen abhängt.
Zusammenfassend betont Schroders Capital, dass der Aufbau resilienter Portfolios im aktuellen Marktumfeld eine präzise Identifikation strukturell vorteilhafter Segmente erfordert, um das volle Potenzial der Anlageklasse auszuschöpfen.
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