Die Private-Markets-Landschaft befindet sich im Umbruch: Während alternative Anlagen früher primär institutionellen Akteuren vorbehalten waren, rücken sie nun verstärkt in den Fokus von vermögenden Privatpersonen. Eine aktuelle Untersuchung von KKR unterstreicht diesen Trend. Basis der Erhebung sind Antworten von über 1.000 Investoren mit einem investierbaren Vermögen von mindestens 500.000 USD. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen der Neugier auf die Anlageklasse und dem tatsächlichen Verständnis der zugrunde liegenden Strukturen.
Wissensbarrieren als größtes Hindernis
Trotz der zunehmenden Präsenz von Private Markets in Portfoliodiskussionen bleibt die Familiarity mit den Begrifflichkeiten gering. So konnten weniger als 10% der befragten Investoren korrekt einschätzen, dass 93% der US-Unternehmen mit einem Umsatz von über 50 Mio. USD in privater Hand liegen. Selbst unter Anlegern, die bereits in Private Markets investiert sind, geben 40% an, mit dem Begriff „Alternative Investments“ nur oberflächlich vertraut zu sein. Als primäre Hinderungsgründe für ein Investment nennen 42% fehlendes Wissen, gefolgt von der Wahrnehmung hoher Volatilität (15%) und Liquiditätsbedenken (5%). Dabei variiert der Bekanntheitsgrad stark zwischen den einzelnen Assetklassen: Während rund die Hälfte der Befragten mit Private Real Estate vertraut ist, sinkt dieser Wert bei Private Infrastructure auf lediglich 20%.
Der Berater als zentraler Vertrauensanker
In diesem komplexen Umfeld bleibt der persönliche Berater die wichtigste Informationsquelle. Laut der KKR-Analyse greifen 86% der Investoren auf Finanzberater zurück, um sich über Anlagemöglichkeiten zu informieren – ein Wert, der digitale Kanäle oder soziale Medien weit hinter sich lässt. Bemerkenswert ist dabei die Präferenz für den direkten Austausch: 53% der Befragten bevorzugen In-person-Präsentationen gegenüber anderen Formaten. Wie KKR im Rahmen der Studienergebnisse ausführte, korreliert die Bereitschaft zur Allokation stark mit der wahrgenommenen Kompetenz des Beraters. Sechs von zehn Investoren legen Wert auf einen Berater mit fundierter Private-Markets-Expertise; bei bereits investierten Anlegern steigt dieser Anteil auf 80%.
Bereitschaft zur Allokation und Ausblick
Trotz der bestehenden Unsicherheiten ist ein signifikanter Teil des Marktes bereit für den nächsten Schritt. Etwa 20% der bisher nicht in Private Markets investierten Anleger planen eine Allokation innerhalb der nächsten zwei Jahre. Die Hauptmotive für ein Engagement bleiben dabei klassische Portfoliomanagement-Ziele: Diversifikation wird von 62% der Berater als wichtigstes Argument angeführt, gefolgt vom Zugang zu spezifischen Assetklassen wie Private Credit oder Infrastructure (41%). Das Fazit der Studie verdeutlicht, dass Bildung der entscheidende Treiber für die weitere Marktdurchdringung sein wird. Berater, die in der Lage sind, komplexe Sachverhalte wie Liquiditätsstrukturen und Risikoprofile verständlich zu rahmen, werden künftig eine Schlüsselrolle bei der Demokratisierung der Private Markets einnehmen.
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