KI-Disruption führt zu Multiples-Kompression bei Software
Der Rückgang des LPMI um 2,2% resultiert maßgeblich aus einer Korrektur von 7,8% bei Technologieunternehmen, angeführt von einem Minus von 8,8% im Softwaresegment. Im öffentlichen Markt sank der S&P 500 Enterprise Value um 3,5%, wuchs jedoch ohne die „Magnificent 7“ um 0,7%. Laut der "Lincoln Lens – Private Market Intelligence" blieb die operative Performance der Softwarehäuser mit einem Umsatz- und EBITDA-Wachstum von je 6,6% positiv. Steve Kaplan, Professor an der University of Chicago Booth School of Business und Berater des LPMI, ordnet ein: „Der Rückgang der Software-Bewertungen war ausschließlich auf niedrigere Bewertungskennzahlen für diese Unternehmen zurückzuführen, was die Einschätzung der Marktteilnehmer hinsichtlich der längerfristigen Erwartungen im Zusammenhang mit KI-getriebenen Umwälzungen widerspiegelt.“
Divergenz zwischen horizontaler und vertikaler Software
Software-Kredite machen 20% des ausstehenden Volumens im Datenpool von Lincoln International aus. Der durchschnittliche Loan-to-Value (LTV) stieg marktbedingt auf 42,2%, liegt damit aber weiterhin unter dem Schnitt anderer Branchen (47,4%). Die Bewertungsmultiplikatoren für Software sanken im Schnitt auf 14,3x EBITDA. Dabei vergrößerte sich der Abstand zwischen vertikal integrierten Anbietern (15,0x EBITDA) und horizontal integrierten Unternehmen (13,4x EBITDA), die als anfälliger für generische KI-Lösungen gelten, auf fast 2,0x EBITDA. Der faire Wert von Software-Krediten sank im Schnitt um 1,9% von Par, wobei Kredite mit einem LTV von über 50% einen medianen Rückgang von 2,3% verzeichneten.
Stabilität im Direct Lending außerhalb von Tech
Abseits von Software zeigen die Direct-Lending-Märkte konstante Kennzahlen. Die Covenant Defaults verharren bei 3,1%. PIK-Zinsen betreffen 10,6% der Kredite, während die „Shadow Default Rate“ (Bad PIK) bei 5,9% stabil bleibt. Foreclosures konzentrieren sich auf die Vintages 2021 und 2022 (2025: 24,2 Mrd. USD; YTD 2026: 15,2 Mrd. USD). Trotz gesunkener All-In-Yields von rund 11,8% im Q1 2024 auf aktuell ca. 8,9% (Spreads von S+4,75% bis S+5,50% bei einem SOFR von 3,70%) sieht eine Portfolio-Stresssimulation von Lincoln International bei einer kumulierten Ausfallrate von 10% und einer Recovery Rate von 65% lediglich einen Rückgang der Unlevered Returns von 9,0% auf 8,3%.
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