Dezentrale Systemresilienz: aream-CEO sieht Speicher und Erneuerbare als Stabilitätsanker

Die Transformation des Stromsystems hin zu erneuerbaren Energien fungiert als makroökonomischer Stabilitätsanker. Wie Patrick Lemcke-Braselmann, CEO der aream Group, in einer Mitteilung an PrivateMarkets360 erläutert, verdrängen Wind- und Solaranlagen über den Merit-Order-Mechanismus teure Gaskraftwerke. Dies entkoppelt die Strompreise von fossilen Preisschocks, stärkt die geopolitische Unabhängigkeit und erhöht die physische Systemresilienz nachhaltig.

Real Assets

08.06.2026 11:58 Uhr
aream-CEO Patrick Lemcke-Braselmann / © PrivatMarkets360 / aream Group
aream-CEO Patrick Lemcke-Braselmann / © PrivatMarkets360 / aream Group

Merit-Order und Preisentkopplung

Die Kopplung des Strompreises an den Gaspreis führte in der Vergangenheit bei geopolitischen Krisen zu explodierenden Energiekosten. Da Wind- und Solaranlagen minimale variable Betriebskosten aufweisen, drängen sie Gaskraftwerke über das Merit-Order-Prinzip zunehmend aus der preissetzenden Position. Dies führt laut den Ausführungen des CEOs Patrick Lemcke-Braselmann zu einer strukturellen Preisentkopplung. Je höher der Anteil erneuerbarer Energien an der Preisbildung sei, desto geringer fallen zukünftige Gaspreis-Schocks auf der Stromrechnung aus.

Geostrategische Souveränität und Dezentralität

Der Ausbau heimischer Ressourcen sichert nach Ansicht von Lemcke-Braselmann zudem die geopolitische Unabhängigkeit. Da für Wind- und Solarenergie keine Rechnungen an externe Lieferanten gezahlt werden müssen, sinke die Anfälligkeit für Erpressbarkeit und Preisschocks drastisch. Parallel dazu erhöhe die geografische Dezentralisierung von Photovoltaikanlagen und Windparks die physische Netzsicherheit. Ein verteiltes System sei gegenüber Sabotage und Infrastrukturangriffen ungleich resilienter als zentrale Großkraftwerke, da kein singulärer Ausfallpunkt das Gesamtsystem gefährde.

Systemdienstleistungen durch Speicher

Lokale Batteriespeicher, Pumpspeicherkraftwerke und künftig Wasserstoff übernehmen in diesem Gefüge laut dem CEO eine kritische Funktion, indem sie volatile Erzeugungsschwankungen abpuffern. Sie stabilisieren die Preise sowie die Netzfrequenz und liefern wettbewerbsfähige Systemdienstleistungen wie Frequenzhaltung und Momentanreserve. Diese technologische Entwicklung reduziert die Abhängigkeit von Gasimporten kontinuierlich und etabliert die Energiewende als laufende wirtschaftliche und strukturelle Stabilisierung, so das Fazit von Lemcke-Braselmann. 

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