Sagard-Analyse: Emerging Manager bieten schnellere Kapitalrückführung im PE-Umfeld

Angesichts stagnierender Exits im Private-Equity-Markt rückt der DPI verstärkt in den Fokus institutioneller Anleger. Wie eine aktuelle Analyse von Sagard zeigt, erreichen Emerging Manager einen DPI von 1,0x im Median rund zehn Monate schneller als etablierte Marktteilnehmer.

Statistiken & Regulatorik

11.06.2026 09:33 Uhr
Kim Pochon, Principal bei Sagard Private Equity Solutions / © PrivateMarkets360 / Sagard
Kim Pochon, Principal bei Sagard Private Equity Solutions / © PrivateMarkets360 / Sagard

DPI als zentrale Kennzahl im aktuellen Marktumfeld

In einem von gedämpfter Exit-Aktivität geprägten Marktumfeld gewinnt die verlässliche Liquiditätsgenerierung für institutionelle Investoren strategische Priorität. Eine Untersuchung von Kim Pochon und Borja Fernandez Tamayo von Sagard Private Equity Solutions auf Basis von 184 Buyout-Fonds zeigt hierbei signifikante Performance-Unterschiede: Jüngere Marktteilnehmer – definiert als Manager ihres ersten oder zweiten Fonds – erreichen einen DPI (Distributions to Paid-In Capital) von 1,0x im Median rund zehn Monate früher als etablierte Anbieter. „Viele Investoren konzentrieren sich traditionell stark auf Renditekennzahlen wie die IRR. Im aktuellen Marktumfeld gewinnt jedoch die Frage an Bedeutung, wann Kapital tatsächlich an die Investoren zurückfließt. Gerade in Zeiten begrenzter Exit-Aktivität wird Liquidität zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor“, ordnet Pochon die Ergebnisse ein.

Spezialisierung beschleunigt den Kapitalrückfluss

Besonders deutlich manifestiert sich dieser Vorsprung bei einer engen strategischen Fokussierung. Sektor- oder themenspezifisch ausgerichtete Emerging Manager realisieren die vollständige Rückführung des eingezahlten Kapitals im Median bereits nach rund 5,4 Jahren. Bei den übrigen Fonds liegt dieser Wert hingegen bei rund 6,7 Jahren, was einem zeitlichen Vorteil von bis zu 15 Monaten zugunsten spezialisierter Erst- und Zweitfonds entspricht.

Strukturelle Ursachen für die Exit-Geschwindigkeit

Die Studienautoren führen diesen Liquiditätsvorteil auf eine ausgeprägte Interessengleichheit (Alignment of Interests) zurück, da die Gründer oft signifikante Eigenmittel in ihre Vehikel einbringen. Zudem agieren Emerging Manager häufig mit konzentrierteren Portfolios und nutzen ihre operative sowie transaktionale Sektorexpertise für eine gezielte Wertschöpfung. Laut Pochon verschieben sich dadurch die Auswahlkriterien für LPs: „Für institutionelle Anleger wird künftig nicht nur entscheidend sein, wer attraktive Renditen erzielt, sondern auch, wer Liquidität verlässlich und planbar generieren kann.“

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