Studie zu Infrastruktur-Investments: Mehrheit der institutionellen Investoren ist voll allokiert

Der institutionelle Infrastrukturmarkt hat eine Reifephase erreicht: Erstmals ist die Mehrheit der globalen Investoren laut einer Studie von Hodes Weill und der Cornell University voll allokiert. Während die Zielquoten 2026 moderat auf 6,2% steigen, verlagern sich die Kapitalströme zunehmend nach Europa sowie in regulierte Energiesektoren und Core+-Strategien.

Investoren

18.06.2026 12:01 Uhr
Der Campus der Cornell University im Bundesstaat New York / © Canva
Der Campus der Cornell University im Bundesstaat New York / © Canva

Erreichen der Zielallokationen bremst Neugeschäft

Wie Hodes Weill im Rahmen des „2026 Institutional Infrastructure Allocations Monitor“ aufzeigt, meldet mit 52% erstmals eine Mehrheit der befragten Institutionen das Erreichen oder Überschreiten ihrer Infrastruktur-Zielallokationen (2025: 45%). Die durchschnittliche Zielquote stieg im Jahresvergleich um 30 Basispunkte auf 6,2%. Dies impliziert ein globales Wachstumspotenzial von rund 441 Milliarden US-Dollar. Aufgrund ausbleibender Exits und geringerer Ausschüttungen agieren LPs bei der Reinvestition jedoch selektiver; die nominelle Unterallokation liegt im Schnitt bei 106 Basispunkten.

Konstante Renditen bei veränderten Risiken

Mit einer Rendite von 9,1% im Jahr 2025 bewegte sich die Assetklasse das dritte Jahr in Folge stabil im Bereich von 8,8% bis 9,2%. Das spiegelt sich im Conviction Score wider, der mit 7,3 von 10 Punkten ein Vierjahreshoch markiert. Geopolitische Risiken bleiben für 34% der Investoren die größte Sorge, während regulatorische Risiken von 10% auf 16% anstiegen.

Fokus auf Energie und Core+ in Europa

Sektoral hat Energieinfrastruktur (33% Erhöhungsabsicht) Digitalinfrastruktur als Top-Priorität abgelöst. Gesucht sind zunehmend Versorger, Netze und Speicher anstelle reiner Erneuerbare-Energien-Projekte. Regional bevorzugen 39% der LPs Europa vor Nordamerika (30%). Auf Strategieebene hat Core+ (36%) Value-Add (29%) überholt, wobei etablierte Plattformen gegenüber First-Time Funds favorisiert werden. Bei ESG vertieft sich der transatlantische Graben: 42% der US-Investoren erachten das Thema als irrelevant, in Europa kein einziger, wie die Studienautoren der Cornell University abschnittsweise verdeutlichen.

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