Verschiebung im Kreditmarkt hin zu Nicht-Banken
Die Modernisierung und der Neubau globaler Infrastruktursysteme erfordern bis 2040 enorme Investitionen. Da staatliche Budgets begrenzt sind, gewinnt privates Fremdkapital an Bedeutung. Stellten Geschäftsbanken vor der Finanzkrise 2008 noch über 90% der Projektfinanzierungen, hat sich das Bild strukturell gewandelt: Im ersten Halbjahr 2025 machten Nicht-Banken bereits 53% des bereitgestellten Kapitals für Infrastrukturprojekte aus. Investierbare Infrastruktur definiert sich über physische Sachanlagen, die unelastische, essenzielle Dienstleistungen bei hohen Markteintrittsbarrieren erbringen. Neben traditionellen Sektoren wie Verkehr und Versorgung gewinnen digitale Segmente wie Rechenzentren und Glasfaser an Gewicht.
Risiko-Rendite-Profile im Vergleich zu Corporate Bonds
Im Segment des Private Credit bieten Infrastrukturkredite deutliche Vorteile gegenüber traditionellen Unternehmensanleihen mit ähnlichem Rating. Im Jahr 2026 bewegten sich die Kreditspreads privater, hochverzinslicher BB-Infrastrukturanleihen meist im Bereich von 200 bis knapp 300 Basispunkten (bp), was Renditen ab etwa 7,0% ermöglichte. Damit übertrafen sie den US High Yield Index für BB-Unternehmensanleihen, der im Zwölfmonatszeitraum bis April 2026 im Schnitt bei 176 bp lag. Diese Mehrrendite spiegelt die Illiquiditäts- und Strukturprämien der Assetklasse wider.
Gleichzeitig erweist sich das Kreditrisiko als historisch geringer. Laut einer Moody’s-Langzeitstudie (1983-2024) betrug die durchschnittliche Ausfallrate von Infrastrukturanleihen über einen Fünfjahreszeitraum lediglich 0,8%, verglichen mit 9,7% bei Nicht-Finanzunternehmen.

Bei BB-Krediten lag die kumulierte Fünfjahres-Ausfallrate bei 4,6% im Vergleich zu 7,9% bei klassischen Corporates. Zudem fiel die historische Verlustquote im BB-Bereich mit 1,95% deutlich niedriger aus als bei Unternehmensanleihen (4,91%), gestützt durch eine durchschnittliche Recovery Rate von 67% für vorrangig besicherte Infrastrukturtitel.
Strukturelle Schutzmechanismen und Ratingstabilität
Die relative Stabilität der Assetklasse und ihre geringe Ratingvolatilität – selbst während historischer Krisen wie 2008 oder 2020 – resultieren aus stark strukturierten Kreditauflagen (Covenants). Hierzu zählen Debt Service Coverage Ratios (DSCR), Verschuldungsobergrenzen vor Ausschüttungen sowie zweckgebundene Liquiditätsreserven. Zudem wirken inflationsindexierte Ertragsverträge als natürlicher Schutz im makroökonomischen Zyklus.

Risikofaktoren im Portfoliokontext
Dennoch müssen institutionelle Anleger spezifische Risiken einkalkulieren. Neben der inhärenten Illiquidität zählen regulatorische und rechtliche Änderungen, operationelle Risiken bei der technischen Instandhaltung sowie das Blind-Pool-Risiko bei diskretionären Mandaten zu den Kernrisiken. Um diesen Risiken zu begegnen, setzt MIM auf eine fundamentale Bottom-up-Analyse auf Asset-Ebene. Das spezialisierte Team verwaltet per Ende 2025 ein Infrastructure-Debt-Volumen von 41,2 Milliarden US-Dollar über mehr als 500 Kreditpositionen. Der Fokus liegt primär auf den Strategien Core, Core-Plus und risikoreduzierten Value-Added-Ansätzen, wobei ESG-Kriterien sowie sektorübergreifende Expertisen direkt in die Kreditprüfung integriert werden.
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