Hitzewelle im Juni 2026: Struktureller Spread stärkt Business Case für Batteriespeicher

Während der Juni-Hitzewelle sorgte die Photovoltaik tagsüber für moderate Day-Ahead-Preise unter 100 Euro, bevor Gaskraftwerke die Abendpreise auf bis zu 800 Euro trieben. Wie die aream Group in einer Pressemitteilung an PrivateMarkets360 ausführt, verdeutlicht diese Spreizung die wachsende wirtschaftliche Notwendigkeit und den Investitionsbedarf für großvolumige Batteriespeicher im Netzinfrastrukturbereich.

Statistiken & Regulatorik

01.07.2026 09:05 Uhr
Patrick Lemcke-Braselmann, CEO der aream Group / © PrivateMarkets360 / aream Group
Patrick Lemcke-Braselmann, CEO der aream Group / © PrivateMarkets360 / aream Group

Entkopplung der Preisregime durch Photovoltaik-Rekord

Klassische Marktmechanismen hätten bei der jüngsten Hitzewelle aufgrund des hohen Kühlbedarfs zu massiven Preissteigerungen führen müssen. Spitzenlast-Gaskraftwerke stehen in solchen Phasen üblicherweise zu Preisen von 600 bis 800 Euro pro Megawattstunde bereit. Dennoch blieben die Day-Ahead-Notierungen tagsüber deutlich unter der Marke von 100 Euro. Ursächlich hierfür war die Photovoltaik, die mit einem Anteil von rund 30% am deutschen Strommix im Juni 2026 einen neuen historischen Höchststand erreichte und die Last weitgehend abdeckte. Laut Patrick Lemcke-Braselmann, CEO der aream Group, zahlten Marktteilnehmer dadurch morgens und über den Tag verteilt „Solarpreise, keine Gaspreise“.

Fixkosten-Kompression verteuert abendlichen Spitzenstrom

Erst nach Sonnenuntergang kam es bei anhaltend hohem Kühlbedarf zu einem Preissprung auf 600 bis 800 Euro. Dieser Anstieg resultiert jedoch nicht aus gestiegenen Brennstoffkosten, sondern aus den Start-Stopp-Fixkosten der Gaskraftwerke von rund 400 Euro pro Megawatt. Da diese Anlagen durch die solare Einspeisung tagsüber verdrängt werden, müssen sie ihre Fixkosten auf extrem kurze Zeitfenster umlegen. „Je mehr Solar tagsüber liefert, desto kürzer läuft die Gasturbine abends – und desto teurer wird der Gasstrom“, erläutert Lemcke-Braselmann.

Wirtschaftlicher Hebel für Energy-Storage-Investments

In diesem ausgeprägten strukturellen Spread liegt der Hebel für Batteriespeicher. Ein Speicher monetarisiert die Spanne, indem er günstigen Solarstrom tagsüber aufnimmt und in der abendlichen Preisspitze wieder entlädt. Dadurch lässt sich die solare Capture Rate, die im Juni vorläufig bei rund 60% lag, signifikant optimieren. Gleichzeitig dämpft der Speichereinsatz die Peak-Preise durch die Verdrängung teurer Gaskraftwerke, was Verbraucher entlastet. Um diese Flexibilitäten systemisch bereitzustellen, muss sich die europäische Speicherkapazität von aktuell 77 Gigawattstunden bis zum Jahr 2030 auf rund 750 Gigawattstunden verzehnfachen.

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