European Private Equity Study 2026: Markt stabilisiert sich bei käuferfreundlicheren Vertragsbedingungen

Die internationale Wirtschaftskanzlei CMS verzeichnet in ihrer aktuellen „European Private Equity Study 2026“ ein stabiles Transaktionsniveau im europäischen Private-Equity-Markt für das Jahr 2025. Bei sinkenden Exit-Zahlen verlagerten sich die Vertragsbedingungen deutlich zugunsten der Käufer. Höhere Earn-out-Quoten und selektive Bietverfahren prägen das anhaltend anspruchsvolle Bewertungsumfeld institutioneller Buy-out-Investoren.

Statistiken & Regulatorik

27.07.2026 10:19 Uhr
Dr. Jacob Siebert, Partner bei CMS und Co-Head der internationalen Private-Equity-Gruppe / © PrivateMarkets360 / CMS
Dr. Jacob Siebert, Partner bei CMS und Co-Head der internationalen Private-Equity-Gruppe / © PrivateMarkets360 / CMS

Neuinvestitionen dominieren bei sinkenden Exits

Wie die Wirtschaftskanzlei CMS im Rahmen der diesjährigen Ausgabe der „European Private Equity Study 2026“ mitteilte, basierend auf der Auswertung von über 170 begleiteten PE-Transaktionen des Jahres 2025, blieb das europäische Deal-Volumen im Vorjahresvergleich stabil. PE-Investoren fokussierten sich primär auf den Kapitaleinsatz: Neuinvestitionen machten 72% aller Abschlüsse aus, während die Zahl der Exits rückläufig war. Der Technologiesektor stellte mit 22% erneut das aktivste Segment dar, gefolgt von deutlichen Zuwächsen in den Bereichen Industrie und Real Estate, wohingegen Transaktionen im Sektor Energie und Klimawandel abnahmen.

Käuferfreundlichere Vertragsstrukturen und Preismechanismen

Das Marktumfeld verschob sich weiter zugunsten der Erwerber. Regelungen zur Kaufpreisanpassung kamen bei 45% der Transaktionen zum Einsatz. Zudem stieg die Nutzung von MAC-Klauseln, während klassische Auktionsverfahren an Bedeutung verloren. Anhaltende Bewertungsunterschiede zwischen Verkäufern und Käufern wurden verstärkt über Earn-outs und strukturierte Preismechanismen überbrückt.

Ausblick auf das Jahr 2026

Für das laufende Jahr ist mit einem weiterhin selektiven Umfeld zu rechnen. Anhaltend hohe Reserven an verfügbarem Kapital, die Stabilisierung der Anleihemärkte sowie die beschleunigte digitale Transformation durch KI dürften die Transaktionsaktivität schrittweise beleben. Der Fokus institutioneller Akteure liegt dabei vor allem auf Buy-out- und Add-on-Möglichkeiten mit klarem Potenzial für operative Wertschöpfung.

„Der europäische Private-Equity-Markt zeigte sich im Jahr 2025 äußerst widerstandsfähig“, erklärt Dr. Jacob Siebert, Partner bei CMS und Co-Head der internationalen Private-Equity-Gruppe. „Gleichzeitig beobachten wir eine deutliche Weiterentwicklung der Marktpraxis, wobei der Schwerpunkt vermehrt auf einer disziplinierten Umsetzung, der Wertschöpfung innerhalb bestehender Portfolios und zunehmend strukturierten – und mitunter käuferfreundlicheren – Transaktionsbedingungen liegt.“

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