Strategische Partnerschaft und Technologie
KGAL Industries und die in Graz ansässige fluvicon GmbH zielen mit ihrer Kooperation darauf ab, industrielle Wasseraufbereitung als Dienstleistung europaweit auszurollen. Das 2013 als Spin-off der Montanuniversität Leoben gegründete Unternehmen fluvicon nutzt Verfahren, die auf Vorwärtsosmose anstelle konventioneller Umkehrosmose basieren. Diese Technologie ermöglicht die Rückgewinnung von sauberem Wasser aus stark verunreinigten industriellen Abwässern bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch und reduzierten Kosten. Im Rahmen der Transaktion sicherte sich KGAL Industries zudem eine strategische Unternehmensbeteiligung an fluvicon.
Water-as-a-Service als Infrastruktur-Investment
Die Roll-out-Strategie sieht vor, dass fluvicon die Technologie bereitstellt und den operativen Anlagenbetrieb verantwortet. KGAL Industries bringt im Gegenzug die Strukturierungskompetenz, das Kapital sowie den Zugang zum institutionellen Netzwerk der Gruppe ein. Das erste Projekt der Plattform umfasst eine Anlage für die polnische Tochtergesellschaft eines Lebensmittelkonzerns, basierend auf einem Wasseraufbereitungsvertrag mit einer Laufzeit von zwölf Jahren. Die Anlage wandelt Abwasser aus Fermentationsprozessen in normgerechtes Wasser sowie einen konzentrierten biologischen Reststoff um, der direkt in den Produktionskreislauf zurückgeführt wird.
Für die Abnehmer entfallen durch dieses Dienstleistungsmodell eigene Investitionskosten sowie der operative Aufwand. Die Partner streben an, das Investitionsvolumen der Plattform auf über 100 Millionen Euro auszubauen. Wie Gaisar Gabdulatzianov, Investment Principal der KGAL-Gruppe, erläutert, stelle man die benötigten Strukturen und das Kapital für die Skalierung von industriell bewährten Technologien bereit. Langfristig soll die industrielle Wasseraufbereitung, gestützt auf langfristige Verträge und striktere EU-Regulatorik, als eigenständige institutionelle Infrastruktur-Anlageklasse etabliert werden.
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