Mit dem wachsenden Angebot semi-liquider Private-Markets-Produkte für Privatanleger entwickelt sich in den USA zunehmend auch eine Infrastruktur für deren Sekundärliquidität. Cox Capital Partners will dafür sein bestehendes Kaufangebotsprogramm für nicht börsengehandelte Business Development Companies (BDCs) auf Intervallfonds übertragen, wie das Unternehmen im Rahmen einer Pressemitteilung mitteilte.
Das Modell ist insbesondere deshalb relevant, weil Intervallfonds Anlegern zwar Zugang zu Private Credit, Private Equity und anderen alternativen Strategien ermöglichen, Rücknahmen jedoch nur innerhalb festgelegter Zeitfenster und in begrenztem Umfang anbieten.
Kaufangebote zusätzlich zu regulären Rücknahmefenstern
Vorbehaltlich der Marktbedingungen und regulatorischen Anforderungen plant ein mit Cox Capital verbundenes Unternehmen Kaufangebote für mindestens drei Intervallfonds von drei unterschiedlichen Fondsinitiatoren. Die Angebote sollen jeweils nach den regulären Rückkaufphasen der Fonds erfolgen.
Damit würde neben der fondsseitig bereitgestellten Liquidität ein zusätzlicher außerbörslicher Sekundärkanal entstehen. Cox Capital kauft die Positionen dabei direkt auf eigene Rechnung. Anleger zahlen nach Unternehmensangaben keine separate Transaktionsgebühr. Die wirtschaftliche Vergütung des Käufers ist stattdessen im Angebotspreis enthalten, der üblicherweise mit einem Abschlag auf den Nettoinventarwert des jeweiligen Fonds angesetzt wird.
Die Preise entsprechender regulierter Kaufangebote werden gegebenenfalls im Rahmen öffentlicher Bekanntmachungen gemäß den Vorgaben der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht.
Sekundärmarkt-Infrastruktur folgt dem Wachstum im Wealth-Kanal
Cox Capital hat in den vergangenen sechs Jahren eine Plattform für Sekundärtransaktionen bei nicht börsengehandelten BDCs und anderen illiquiden Anlagevehikeln aufgebaut. Dabei arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben unter anderem mit Financial Advisors, Registered Investment Advisors und Broker-Dealern zusammen.
Zuletzt legten Cox Capital und verbundene Unternehmen Kaufangebote für ausgewählte öffentlich registrierte Fonds auf, die von HPS, Apollo, Ares und Blue Owl verwaltet werden. Die jeweiligen Asset Manager unterstützen oder genehmigen das Kaufangebotsprogramm laut Cox Capital nicht.
Die geplante Ausweitung auf Intervallfonds zeigt, wie sich parallel zur Öffnung von Private Markets für den US-Wealth-Kanal neue Sekundärmarktstrukturen entwickeln. Während institutionelle Investoren seit Langem auf etablierte Secondary Markets zurückgreifen können, waren vergleichbare Liquiditätsoptionen für Privatanleger bislang deutlich eingeschränkter.
Ob sich solche direkten Kaufangebote als breiterer Bestandteil der Liquiditätsarchitektur von Evergreen-Produkten etablieren, dürfte unter anderem von Preisabschlägen, regulatorischen Rahmenbedingungen und der Akzeptanz bei Anlegern und Distributoren abhängen.
Weitere beliebte Meldungen: