Der europäische Fund-Operations-Anbieter Fundcraft hat 12 Mio. Euro neues Wachstumskapital aufgenommen. Die Finanzierungsrunde wird von Riverside Acceleration Capital (RAC) und CCAP Investments angeführt. Auch die bestehenden Investoren 3VC, MiddleGame Ventures und Aperture Capital beteiligen sich erneut. Seit der Gründung im Jahr 2021 hat Fundcraft damit nach eigenen Angaben insgesamt 40 Mio. Euro eingeworben.
Riverside Acceleration Capital hatte Fundcraft bereits bei der Expansion nach Frankreich begleitet und stellt nun erneut Wachstumskapital sowie operative Ressourcen bereit. Christian Stein, Senior Partner bei RAC, verweist insbesondere auf die zunehmende Komplexität der operativen Prozesse im Private-Markets-Geschäft. „Besonders überzeugt hat uns der Umgang mit KI: Automatisierung und Intelligenz werden in die Kernprozesse der Fondsadministration eingebettet und nicht als separate Schicht darübergelegt“, so Stein.
Ausbau institutioneller Buyout-Strategien
Fundcraft will das neue Kapital nutzen, um seine Präsenz in bestehenden europäischen Kernmärkten auszubauen und zusätzliche internationale Märkte zu erschließen. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf dem Ausbau der Kompetenzen für institutionelle Private-Equity-Buyout-Strategien.
Nach Unternehmensangaben werden über die Plattform derzeit mehr als 20.000 Investoren in knapp 300 Fonds betreut. Im ersten Halbjahr 2026 habe Fundcraft bereits ebenso viele Neukunden gewonnen wie im gesamten Jahr 2025. Mehr als die Hälfte der neuen Kunden seien mittelgroße bis große Alternative Asset Manager oder Betreiber komplexer, grenzüberschreitender Private-Markets-Access-Plattformen. Knapp ein Drittel der neuen Fondsmandate im ersten Halbjahr stammte demnach von bestehenden Kunden.
CEO und Mitgründer Julien De Mayer sieht insbesondere in komplexeren institutionellen Strukturen weiteres Wachstumspotenzial. Das Unternehmen wolle zunächst die Anforderungen von Buyout-Managern adressieren und sein Betriebsmodell anschließend über verschiedene Jurisdiktionen hinweg ausweiten.
Frankreich nach AIFM-Zulassung im Fokus
Ein zentraler Baustein der Expansion ist das Frankreich-Geschäft. Die Fundcraft-Gruppe erhielt dort im Juni 2026 eine eigene AIFM-Zulassung durch die Finanzmarktaufsicht AMF. Seitdem wurde das Unternehmen nach eigenen Angaben für mehrere französische Fondsstrukturen mandatiert, die zusammen ein angestrebtes Volumen von mehr als 1 Mrd. Euro an Kapitalzusagen und Anlagevolumina erreichen.
Fundcraft unterstützt in Frankreich unter anderem ELTIF-2.0-, Evergreen- und offene Fondsstrukturen für den Multi-Distributor- und internationalen Vertrieb. Darüber hinaus begleitet das Unternehmen zunehmend parallele Fondsstrukturen über mehrere Jurisdiktionen hinweg, darunter Luxemburg, Frankreich, die USA und Spanien.
KI soll Fund Operations skalierbarer machen
Parallel zur geografischen Expansion will Fundcraft Automatisierung und KI stärker in seine Fund Operations integrieren. Die Anwendungen reichen laut Unternehmen vom Investor Onboarding und der Transfer Agency bis zu Reporting, Waterfall-Berechnungen und internationalem Vertrieb.
Olga Porro, Mitgründerin und Chief Product Officer von Fundcraft, erklärt: „Wir verankern Automatisierung und KI-gestützte Funktionen in genau jenen Prozessen, Kontrollen und Datenstrukturen, die komplexe Fonds skalierbar machen.“ Ziel sei eine Fondsadministration, die auch bei steigenden Volumina kontrollierbar und transparent bleibe.
Technologisch setzt Fundcraft dabei auf eine gemeinsame Datenbasis für verschiedene administrative Prozesse. Daten sollen zentral erfasst und anschließend über Investor-, Fonds- und Portfolio-Operations hinweg genutzt werden. Damit will das Unternehmen insbesondere komplexere Private-Markets-Strukturen effizienter skalieren.
Fundcraft ist in Luxemburg als AIFM und Zentralverwaltungsstelle zugelassen und verfügt in Frankreich über eine separate, von der AMF zugelassene Gesellschaft. Nach eigenen Angaben betreut das Unternehmen knapp 300 Fonds aus den Bereichen Venture Capital, Private Equity und Dachfonds. Die betreuten Kapitalzusagen und Zeichnungsziele belaufen sich auf insgesamt nahezu 20 Mrd. Euro.
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