Strategiewechsel bei öffentlichen Endowments
Laut Financial Times planen sieben öffentliche US-Universitätsstiftungen, ihre Allokationen in Private Equity in den kommenden Jahren um bis zu 150% auszuweiten. Trotz zuletzt durchwachsener Performance erachten sie das aktuelle Marktumfeld als attraktives Zeitfenster für Neuinvestitionen.
Ein Beispiel ist die Clemson University Foundation, die ihre Private-Equity-Quote von derzeit 18% auf 24% in vier Jahren anheben will. CIO John Alexander begründet die Entscheidung mit einem anhaltenden Risikoaufschlag gegenüber öffentlichen Märkten: „Private equity will maintain their risk premium over public equity markets.“
Deutliche Gewichtungssprünge bei einzelnen Stiftungen
Die University of Utah Growth Capital Partners Foundation hat ihre Private-Equity-Allokation Ende 2024 bereits von 10% auf 30% verdreifacht. CEO David Anderson sieht darin einen gezielten Schritt zur Steigerung der langfristigen Performance: „The PE market is far less efficient than the public market, but there are more opportunities to get excess returns.“
Traditionell galten Private-Universitäten, insbesondere Ivy-League-Institutionen, als Vorreiter bei alternativen Anlagen. Öffentliche Stiftungen hingegen agierten oft zurückhaltender – unter anderem wegen eingeschränktem Zugang zu Top-Managern und konservativer Governance-Strukturen. Doch durch die Reduktion von Engagements bei einigen großen Playern eröffnen sich neue Opportunitäten für öffentliche Universitäten.
Zurückhaltung bei einzelnen Akteuren
Nicht alle öffentlichen Stiftungen teilen die Zuversicht. So hält die Virginia Commonwealth University mit einem Volumen von 2,3 Mrd. USD an ihrer bestehenden Quote von 18% fest. CIO Bruce MacDonald erklärt: „We are not seeing this as a great opportunity to add to privates.“
Langfristige Perspektive im Vordergrund
Trotz unterschiedlicher Positionierungen deutet vieles auf einen Strategiewandel hin: Öffentliche Universitätsstiftungen setzen zunehmend auf Private Equity als langfristige Renditequelle in einem gedämpften Marktumfeld. Michael Stohler, CIO des 4,3 Mrd. USD schweren Endowments der University of Wisconsin-Madison, bringt es auf den Punkt: „As long as we are compounding above our cost of capital and our assets are fairly valued, we have a reasonable tolerance for long hold periods.“
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