Globale Märkte trotzen politischen Risiken
KKR verweist auf eine bislang robuste Performance risikobehafteter Anlagen 2025 – trotz Zinsvolatilität, US-Staatsanleihen-Downgrade und anhaltender Handelskonflikte. Niedrige Nettoemissionen bei IPOs und High Yield sowie weiterhin lockere Finanzierungsbedingungen stützen die Märkte. KKR geht davon aus, dass Fed-Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf die Risikoprämien zusätzlich entlasten.
Strategiewechsel: „Make Your Own Luck“
Die „Glass Still Half Full“-These wird beibehalten, aber KKR plädiert für eine selektivere Allokation:
Private Equity: Kontrollbeteiligungen mit operativem Hebel sollen Renditen stärker durch unternehmerische Einflussnahme sichern, statt über Leverage oder opportunistische Refinanzierungen.
Credit: Senior-Tranchen und Relative-Value-Ansätze nutzen Spreaddifferenzen. Laut KKR bleibt der Markt trotz höherer Zinsen stabil, da Unternehmens- und Konsumentenschulden gut gemanagt sind.
Real Assets: Vertragsgebundene Cashflows mit Inflationsschutz werden favorisiert, um von steigender nominaler Wirtschaftsleistung zu profitieren.
KKR hebt fünf zentrale Investmentthemen hervor:
- Security of Everything: KKR sieht einen strukturellen Umbau globaler Lieferketten und steigende Verteidigungsausgaben, insbesondere in Europa. Sicherheit umfasst nicht mehr nur militärische Aspekte, sondern auch Daten, Energie und Gesundheitssysteme. Für Anleger ergeben sich Chancen in Verteidigungsindustrie, Cybersecurity und Infrastruktur, da staatliche Budgets teils über private Märkte ergänzt werden müssen.
- Capital Heavy zu Capital Light: Immer mehr Unternehmen verschlanken ihre Bilanzen, indem sie kapitalintensive Assets ausgliedern und Erlöse für Aktienrückkäufe oder margenstarke Kernbereiche nutzen. Laut KKR sind solche Carve-outs attraktive Einstiegsmöglichkeiten, da sie oft mit Bewertungsabschlägen gehandelt werden und operatives Verbesserungspotenzial bieten.
- Collateral-Based Cash Flows: KKR hält Asset-Based Finance und Infrastruktur für strukturelle Gewinner des „Regime Change“. Diese Anlagen sind durch harte Vermögenswerte oder langfristige Verträge besichert und bieten damit planbare Cashflows sowie Inflationsschutz. Besonders interessant seien Energieübertragungsnetze und Datenzentren, die vom hohen Energiebedarf der KI-Industrie profitieren.
- Produktivität und Worker Retraining: KI und Automatisierung erhöhen laut KKR die Produktivität nachhaltig, treiben aber den Bedarf an Umschulung. Regierungen, insbesondere die USA, investieren stärker in Berufsausbildung und technische Qualifikation. KKR sieht Chancen in Plattformen für arbeitsmarktorientierte Schulung, Automatisierung und Workflow-Optimierung, da Unternehmen Margen durch Effizienzgewinne stabilisieren müssen.
- Intra-Asia Connectivity: Der intraregionale Handel in Asien nimmt zu und könnte bis 2029 zwei Drittel des gesamten Handelsvolumens ausmachen. KKR sieht darin ein langfristiges, strukturelles Thema, das Infrastruktur, Logistik und Konsummärkte beflügelt. Besonders China und Vietnam profitieren von neuen Lieferketten und lokalisierter Produktion.
Regionale Einschätzungen
Positiv bewertet KKR weiterhin Europa, vor allem Banken und Defense, sowie Indien als strukturellen Gewinner dank robustem Binnenkonsum. Bei Japan erwartet KKR zusätzliche Kursimpulse durch den Abbau von Intercompany Holdings und Aktienrückkäufe. Vorsicht mahnt der Ausblick bei hochverschuldeten Konsumsektoren und dem US-Automarkt.
Hier lesen Sie den vollständigen Bericht von KKR.
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