CBRE-Umfrage: Kreditvergabe am europäischen Immobilienmarkt nimmt 2025 zu

Kreditgeber planen laut einer neuen CBRE-Umfrage, ihre Aktivitäten im professionellen Immobilienmarkt 2025 deutlich auszuweiten. In Europa wird ein Finanzierungsvolumen von rund 70 Milliarden Euro erwartet. Deutschland steht dabei besonders im Fokus. Allerdings belasten Banken weiterhin faule Kredite.

Statistiken & Regulatorik

23.07.2025 08:10 Uhr
Prof. Dr. Ralf Klann, Head of Debt & Structured Finance Germany & Chris Gow, Head of Debt & Structured Finance Europe bei CBRE / © PrivateMarkets360 / CBRE
Prof. Dr. Ralf Klann, Head of Debt & Structured Finance Germany & Chris Gow, Head of Debt & Structured Finance Europe bei CBRE / © PrivateMarkets360 / CBRE
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Stärkere Kreditvergabe erwartet

Wie CBRE im Rahmen des „2025 Lender Intentions Survey“ an PrivateMarkets360 mitteilte, wollen fast 80 Prozent der befragten Institute ihre Kreditvergabe 2025 ausbauen. Das erwartete Finanzierungsvolumen liegt europaweit bei rund 70 Milliarden Euro, wobei Refinanzierungen den größten Anteil ausmachen, in Deutschland mit 69 Prozent stärker als im europäischen Schnitt (56 Prozent). 40 Prozent der Befragten berichten zudem von einer verbesserten Markstimmung gegenüber dem Vorjahr.

Nichtbanken wachsen dynamischer – Banken in Deutschland führend

Während in Europa vor allem Nichtbanken wie Kreditfonds und Versicherer ihre Kreditvergabe ausweiten wollen, planen in Deutschland vor allem klassische Banken eine stärkere Aktivität. Die größte Herausforderung bleibt laut Umfrage die geopolitische Unsicherheit, die von fast 70 Prozent der Befragten genannt wurde, ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024 (37 Prozent).

Chris Gow, Head of Debt & Structured Finance Europe bei CBRE, erklärte: „Trotz der angespannten geopolitischen Lage, die von über 60 Prozent der Befragten als größte Herausforderung genannt wurde, plant die Mehrheit, die Kreditvergabe und das Underwriting weiter auszubauen. Diese zu erwartende stärkere Aktivität sorgt für eine höhere Liquidität am Markt: Kreditgeber erhöhen die Beleihungsquoten und senken die Margen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Faule Kredite weiterhin Thema

Laut CBRE stehen Banken weiterhin unter Druck, problematische Kredite zu managen. „Während der letzten Boomphase wurde zu historisch einmalig niedrigen Zinsen sehr viel in deutsche Assets unter Ausnutzung von viel Fremdkapital investiert, deren Refinanzierung jetzt ansteht. [...] Wir gehen davon aus, dass die Banken weiterhin notleidende Kredite auf den Markt bringen werden, auch wenn sie derzeit noch eine Strategie der ‚Verlängerung und Umschuldung‘ verfolgen, aber möglicherweise auch weiterhin weniger als NPL-Portfolios, sondern in Einzellösungsstrategien“, sagte Prof. Dr. Ralf Klann, Head of Debt & Structured Finance Germany bei CBRE.

Mehrfamilienhäuser bevorzugt – Nachhaltigkeit als Schlüsselfaktor

Mehrfamilienhäuser bleiben die gefragteste Assetklasse (Europa 48 Prozent, Deutschland 46 Prozent), gefolgt von Industrieimmobilien und Studentischem Wohnen (je 40 Prozent). Hotels (39 Prozent) und Einzelhandel (36 Prozent) holen wieder auf, während auch Rechenzentren und Infrastrukturanlagen zunehmend in den Fokus rücken.

Kreditgeber vergeben bei vorrangigen Darlehen überwiegend Beleihungsausläufe von 50 bis 60 Prozent, in Deutschland 55 bis 60 Prozent. Für Mehrfamilienhäuser liegen die Quoten höher (bis 65 Prozent). Nachhaltigkeitsaspekte sind fest im Underwriting verankert: Fast 60 Prozent der deutschen Kreditgeber lehnen Finanzierungen ab, wenn bestimmte ESG-Kriterien nicht erfüllt werden, und 61 Prozent bieten günstigere Konditionen für nachhaltige Projekte.

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