Private-Equity-Fonds haben in der Regel eine klare Investitionsthese. Der Fokus kann beispielsweise auf größeren, reiferen Unternehmen liegen – so genannten Buyout-Unternehmen. Auch eine Fokussierung auf bestimmte Branchen ist möglich. Im nächsten Schritt wird nach geeigneten Zielunternehmen für den Fonds gesucht. Das sogenannte Dealsourcing erfolgt auf verschiedenen Wegen, erläutert Marc Tavakolian, Head of Investor Relations bei ODDO BHF Private Assets. Eine wichtige Rolle spielen die Netzwerke von Unternehmen und Banken sowie Berater, die Unternehmen bei der Suche nach Beteiligungskapital unterstützen. Auch digitale Datenbanken helfen bei der Suche nach potenziellen Kandidaten.
Drum prüfe wer sich länger bindet
Der nächste Schritt ist die Due Diligence, bei der das Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft wird. „Es geht um Finanzen, Marktpotenzial und Management – wie bei einem Puzzle muss alles zusammenpassen, um Unternehmen zu finden. Wichtig sind auch direkte Gespräche mit dem Management. Denn oft geht es um ein Lebenswerk, das weitergeführt werden soll. Ist der Fonds dafür der richtige Partner? Hier kommt der menschliche Faktor ins Spiel – nicht nur die Zahlen sind wichtig, sondern auch Vertrauen und das Zusammenspiel“, weiß Tavakolian. Erst wenn der Private-Equity-Fonds in ein Unternehmen investiert, kommt der Investor ins Spiel. Denn anders als bei herkömmlichen Investmentfonds wird das Geld, das dem Fonds zur Verfügung gestellt wird, in der Regel nicht sofort abgerufen, sondern sukzessive Deal für Deal, sobald eine attraktive Beteiligungsmöglichkeit gefunden wurde.
Einsatz von Fremdkapital kann für mehr Rendite sorgen
Die Finanzierung einer Private Equity-Transaktion lässt sich zwei Perspektiven betrachten. Auf der einen Seite steht der Unternehmer, der mehr Eigenkapital für sein Unternehmen erhält. Auf der anderen Seite der Fonds, der Kapital zur Verfügung stellt und durch eine Wertsteigerung des Unternehmens eine Rendite erzielen will. Daneben kommt häufig auch Fremdkapital zum Einsatz. So kann der Fondsmanager beispielsweise eine Summe von 50 Millionen im Verhältnis 50:50 aus Fonds- und Fremdkapital finanzieren – im Fachjargon Leverage genannt. Für das Portfoliounternehmen ändert sich nichts, es erhält 50 Millionen Eigenkapital. Durch den Einsatz von Fremdkapital kann aber die zu erwartende Rendite des Private-Equity-Fonds erhöht werden. Je nach Fondsstrategie gibt es Vorgaben und Regeln, wie viel Fremdkapital ein Fonds einsetzen darf.
Gleichlaufende Interessen
Um das Management eines Portfoliounternehmens an Bord zu halten und am Erfolg der Wachstumsstrategie zu beteiligen, werden häufig auch erfolgsabhängige Vergütungsmodelle vereinbart, die an das Erreichen bestimmter Ziele geknüpft sind. Wenn das Management bestimmte Umsatz- oder Gewinnrenditen erreicht, könnte es zusätzliche Kapitalzuschüsse vom Fonds erhalten. „So wird häufig sichergestellt, dass Fonds und Unternehmen an einem Strang ziehen“, erklärt Tavakolian.
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