Energiewende beschleunigt sich
Erneuerbare Energien sind heute die günstigste Stromquelle. Technologische Fortschritte und Skaleneffekte haben die Stromgestehungskosten von Photovoltaik und Windkraft sinken lassen und wettbewerbsfähig gemacht. „Das hat erneuerbare Energien zur bevorzugten Technologie für Investoren und Entwickler von Energieprojekten werden lassen. Mit 90% des Volumens machen sie mittlerweile das Gros der in den USA geplanten Netzanbindungsprojekte aus“, führt Dalhuisen aus. Die Elektrifizierung der Wirtschaft und der Boom der künstlichen Intelligenz haben die Stromnachfrage massiv steigen lassen. Nur mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen wird sich dem ODDO BHF-Experten zufolge diese zusätzliche Nachfrage decken lassen, da sie mit Entwicklungszeiten von zwei Jahren schneller verfügbar sind als andere Energiequellen. Daneben erscheint Energiesouveränität als neue Priorität: Insbesondere für Europa und China ist sie von wachsender Relevanz, da beide über nur geringe natürliche Energieressourcen verfügen. China ist in Bezug auf die Energiewende der unangefochtene Weltmarktführer. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) entfallen 37% der weltweit im Jahr 2024 in die Energiewende investierten 2,3 Milliarden Dollar auf China. Zudem dominiert das Land die gesamte Wertschöpfungskette für die Herstellung von Photovoltaikmodulen, Batterien und Elektrofahrzeugen. Dahinter steht eine langfristige Strategie, die das Potenzial neuer Technologien nutzt, um sich in einem komplexen geopolitischen Kontext bei der Energieversorgung unabhängiger zu machen.
Vielfältige Anlagemöglichkeiten
Aus dieser Dynamik leitet Dalhuisen Anlagemöglichkeiten in zentralen Bereichen ab: 1.) beim Aufbau neuer Infrastruktur, 2.) als Produktanbieter rund um die mit der Energiewende verbundenen Infrastrukturen wie zum Beispiel Hersteller von Komponenten, Anbieter von Betriebs- und Wartungsdiensten, Beratungs- und Analysefirmen sowie Softwareanbieter, 3.) in technologische Innovation und in Energieeffizienz. Der Infrastrukturbereich sei der in Bezug auf die Energiewende dynamischste Sektor und bietet zahlreiche Investitionschancen. „Hier geht es um die Entwicklung von Solar- und Windparks sowie von Batteriespeichernetzen, aber auch dem Bau neuer Übertragungsleitungen, der Netzmodernisierung und dem Auf- und Ausbau von Biogasanlagen, umweltfreundlichen Datenzentren sowie Ladestationsnetzen für Elektrofahrzeuge“, erläutert Dalhuisen. Weiterhin eröffnen Übergangstechnologien im Bereich der Erneuerbaren echtes Innovationspotenzial im Gegensatz zu Modellen, die auf der Verbrennung fossiler Energieträger beruhen und bei denen sich die Effizienz nur marginal steigern lässt.
Investitionen in Energiewende haben defensive Qualitäten
Im aktuellen Umfeld kann eine Investition in die Energiewende als defensive Anlagestrategie betrachtet werden. Aber auch den ursprünglichen Treiber der Energiewende - den Klimawandel - sollte man Dalhuisen zufolge nochmals in den Blick nehmen. Er schreitet unvermindert voran, und seine negativen ökonomischen Folgen werden immer spürbarer: „Mit fortschreitender Verschlechterung der Lage steigt der Druck, die Energiewende schneller voranzutreiben. Das belastet Vermögenswerte, die der Dekarbonisierung im Wege stehen. Dafür profitieren jene, die Teil der Wertschöpfungskette der Energiewende sind. Aus Risikomanagement-Sicht sollten Anleger ihre Portfolios so ausrichten, dass sie auf eine solche Entwicklung ausgerichtet sind.“
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