Immobilienanteil bleibt stabil - Europa im Fokus
Laut der aktuellen Immobilien-Umfrage 2025 von Universal Investment, an der im Juli und August institutionelle Investoren mit einem Gesamtvermögen von rund 69 Mrd. Euro teilnahmen, soll der Immobilienanteil am Portfolio mit durchschnittlich 26 Prozent konstant bleiben. Zugleich rückt Europa stärker in den Fokus: 87 Prozent der Neuinvestitionen sollen dort erfolgen, davon 55 Prozent in Deutschland.
„Der Trend zu Europa zeigt, dass institutionelle Investoren nach stabileren Märkten und einer breiteren geografischen Diversifikation in Europa suchen. Grund könnte die Unsicherheit infolge der geopolitischen Entwicklungen der letzten Monate sein“, erklärt Kurt Jovy, Head of Real Estate bei Universal Investment.

Infrastruktur etabliert sich schrittweise
Zwar dominieren Immobilien weiterhin in den Portfolios – bei 62 Prozent der Befragten, die beide Assetklassen kombinieren, überwiegt das Immobiliengewicht –, doch Infrastrukturinvestitionen sind inzwischen bei vielen Investoren angekommen. Der durchschnittliche Infrastrukturanteil liegt bei sieben Prozent, ebenfalls stabil gegenüber dem Vorjahr.
Logistik und öffentliche Nutzung gewinnen an Attraktivität
Büroimmobilien bleiben mit 37 Prozent die dominierende Nutzungsart im Bestand, gefolgt von Wohnen (21 Prozent) und Logistik (17 Prozent). Letztere legten im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte zu. Für Neuinvestitionen gewinnen Einzelhandel sowie Objekte öffentlicher Nutzung - etwa Schulen oder Rechenzentren - an Bedeutung.
Bewertung der Kaufpreise positiver, Renditeerwartung steigt
Die Befragten sehen die Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahr als attraktiver. In Deutschland bewerten 38 Prozent die Einstiegspreise als fair oder niedrig, in Europa sind es sogar 50 Prozent. Für 2026 erwartet die Mehrheit steigende Preise, insbesondere in Europa und Asien/Pazifik. Die erwartete durchschnittliche Cashflow-Rendite liegt bei 4,7 Prozent – ein Anstieg gegenüber 4,1 Prozent im Vorjahr.
Risikoneigung nimmt leicht zu
Core- und Core+-Strategien dominieren mit je 48 Prozent, Value-Add- und opportunistische Strategien kommen inzwischen auf je 21 Prozent. Kurt Jovy kommentiert: „Wir erwarten, dass sich die Transaktionsmärkte daher wieder schrittweise beleben.“
ESG im Zentrum, KI noch zurückhaltend genutzt & bevorzugte Vehikel
ESG bleibt für 72 Prozent der Befragten ein zentrales Anlagekriterium. Künstliche Intelligenz wird zwar von 90 Prozent als relevant eingestuft, jedoch nutzen bislang nur 30 Prozent entsprechende Tools oder planen deren Einsatz.
Für Neufonds bevorzugen Investoren offene Immobilien-Spezialfonds sowie Luxemburger S.C.S./S.C.S.p.-Strukturen. ELTIFs spielen trotz überarbeiteter Regulierung derzeit kaum eine Rolle. Dagegen gewinnen sogenannte Miteigentumsfonds - etwa durch grunderwerbssteuerneutrale Einbringung von Bestandsimmobilien - an Relevanz. „Ein spannendes Anlagevehikel mit einigen Vorteilen für Investoren“, so Jovy.
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