Private Capital schließt Finanzierungslücken
Private Equity ist längst mehr als nur Wachstumsfinanzierung: „Innovation wird immer Finanzierung benötigen“, so Eric Deram, Managing Partner von Flexstone Partners, einer Tochter von Natixis Investment Managers. Mit einem global verwalteten Vermögen von über 7 Billionen US-Dollar kommt dem Sektor eine entscheidende Rolle zu, gerade weil staatliche Innovationsbudgets in vielen entwickelten Ländern unter Druck geraten sind.
Die Europäische Kommission beziffert den zusätzlichen Bedarf an Private Capital auf rund 800 Milliarden Euro jährlich bis 2030, um mit den USA Schritt zu halten. „Insbesondere in Europa sehen wir, dass die sozialen und gesundheitlichen Systeme aufgrund begrenzter Budgets unter extremem Druck stehen“, so Deram.
Gezielte Allokation und Deep Sector Expertise entscheidend
Im Bereich Venture Capital sei laut Flexstone ein tiefes technisches Verständnis notwendig, um Risiken effektiv zu managen. Beispielhaft nennt das Unternehmen ein Investment in einen Biotech-GP, dessen Gründerin sowohl medizinische als auch finanzielle Expertise mitbringt. „Wir müssen wissen, dass die GPs die Technologien, die ihren Investitionen zugrunde liegen, wirklich verstehen“, betont Deram.
Gleichzeitig zeigt sich Flexstone vorsichtig bei KI-Investments: Man sehe zwar das transformative Potenzial, halte aber die Bewertungen aktuell für überzogen. Stattdessen fokussiert sich der Investor auf Mid Caps, bei denen ein größerer Wertbeitrag durch operative Entwicklung möglich sei.
Global denken, lokal investieren
Flexstone nutzt seine regionale Präsenz in Europa, den USA und Asien, um sowohl global zu diversifizieren als auch lokalen Anforderungen gerecht zu werden. So betreut die Firma unter anderem regionale Mandate für Institutionen in der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und den USA. Gleichzeitig ermöglichen die globalen Kapazitäten Mandate wie jenes des Institut Pasteur, das gezielt in europäische Biotech-Unternehmen investiert, dabei aber auch globale Opportunitäten berücksichtigt.
Langfristige Strategien trotzen geopolitischen Risiken
Makroökonomische Unsicherheiten wie Handelszölle, geopolitische Spannungen oder schwache IPO-Märkte beeinflussen laut Deram die Langfristperspektive kaum: „Man kann in einem schwierigen Umfeld ein oder zwei Jahre verlieren, aber dies ist eine langfristige Anlageklasse.“ Flexstone setzt verstärkt auf Sekundärmarktlösungen, die unabhängiger von Börsenfenstern agieren. Laut Preqin machten kleinere Exits über Sekundärmärkte im ersten Quartal 2025 rund 30 % des globalen Fundraisings aus – ein historischer Höchstwert.
Geduldige Investoren werden belohnt
Investments in Innovation erfordern Zeit, Expertise und Risikobereitschaft. „Private Equity ist wahrscheinlich der beste Weg, um in Innovation zu investieren“, resümiert Deram. Besonders für institutionelle Investoren mit langen Anlagehorizonten biete der Sektor attraktive Möglichkeiten, um Renditeziele mit gesellschaftlichem Nutzen zu verbinden.
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