Unsicheres Umfeld trifft auf Bewertungshochs
Aktienmärkte haben zuletzt breit zugelegt, während sich Anleihen stabilisierten – beflügelt durch Zinssenkungserwartungen in den USA. Wie Dr. Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital im Rahmen des Private Markets Investment Outlook Q4 2025 analysiert, sind diese Entwicklungen jedoch nicht frei von Risiken: Geopolitische Spannungen, fiskalische Unsicherheiten sowie Inflationsgefahren in den USA werfen einen Schatten auf die Marktdynamik. Der aktuelle Hype um künstliche Intelligenz verstärke zudem Bewertungsrisiken in Teilmärkten. Rode warnt: „Dieser Überschwang trägt nur zu einer wachsenden Liste von Risiken bei.“
Private Markets als Gegengewicht
Im Kontrast dazu bieten Private Markets laut Schroders Capital aktuell einen attraktiven relativen Wert – insbesondere angesichts überhöhter Bewertungen in Public Markets. Zyklische Faktoren wie verhaltenes Fundraising und geringe Transaktionsaktivität hätten zu günstigeren Einstiegspreisen geführt. Gleichzeitig ermögliche die strukturelle Transformation durch Digitalisierung und Energiewende Zugang zu neuen Renditequellen. „Diese Faktoren stärken nicht nur die relative Attraktivität der Private Markets, sondern auch ihre Widerstandsfähigkeit“, so Rode.
Private Equity: Chancen in ineffizienten Marktsegmenten
Im Bereich Private Equity sieht Schroders Capital Potenzial in kleineren Buyouts, Fortführungsvehikeln sowie Frühphasen-Venture-Capital. Kapitalverknappung und geringere Wettbewerbsintensität eröffneten insbesondere in ineffizienten Marktsegmenten Spielraum für transformative Strategien. Entscheidend sei eine selektive Bottom-up-Allokation. „Active Ownership wird zu einem noch wichtigeren Renditetreiber“, betont Rode.
Private Debt: Risikoprämien und Besicherung im Fokus
Private Credit profitiert derzeit von attraktiven Risikoprämien und gesunden Unternehmensbilanzen. Chancen bestehen laut Rode insbesondere im Bereich Real Estate Debt, begünstigt durch regulatorisch bedingte Ineffizienzen und Bewertungsrückgänge bei Gewerbeimmobilien. Auch Infrastrukturkredite und Asset-Based-Finance bieten stabile Erträge – ebenso wie unkorrelierte Instrumente wie Insurance-Linked Securities.
Infrastruktur: Energiewende bleibt Wachstumstreiber
Trotz politischer Unsicherheiten – vor allem in den USA – bleibt die Energiewende laut Schroders Capital ein zentrales Infrastrukturthema. In Europa und Asien stützen regulatorische Rahmenbedingungen den Ausbau von Wind- und Solarprojekten. Darüber hinaus entstehen neue Opportunitäten in Bereichen wie Batteriespeicher oder grüner Wasserstoff, „die die nächste Phase der Energiewende vorantreiben“, so Rode.
Immobilien: Kurzfristige Opportunitäten durch Neubewertung
Die Neubewertung an den globalen Immobilienmärkten hat laut Rode die Grundlage für starke kurzfristige Jahrgänge geschaffen. Sektoren wie Logistik, Wohnen oder spezialisierte Lagerformate bieten durch operative Hebel attraktive Alpha-Potenziale. Gestützt wird die Erholung durch geringe Neubautätigkeit und steigende Mieteinnahmen.
Fazit: Resilienz entscheidet
Mit Blick auf 2026 betont Dr. Nils Rode, dass Resilienz – in Form von sorgfältigem Risikomanagement und fokussierter Allokation – über Erfolg und Misserfolg entscheiden wird. „Ein gleichmäßiges Investitionstempo, umsichtiges Risikomanagement und der Fokus auf langfristige Wertschöpfung“ seien laut Rode entscheidend, um das volatile Umfeld erfolgreich zu navigieren.
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