Der US-amerikanische Medizinproduktehersteller Medline plant einen Börsengang im Volumen von bis zu 5,37 Mrd. US-Dollar. Die angestrebte Bewertung des Unternehmens liegt bei maximal 55,3 Mrd. US-Dollar, womit es sich um einen der größten Private-Equity-gestützten IPOs in der US-Geschichte handelt.
179 Millionen Aktien im Angebot
Das Unternehmen will 179 Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 26 und 30 US-Dollar platzieren. Bereits vor dem IPO hat Medline verbindliche Zusagen über 2,35 Mrd. US-Dollar von globalen Investoren erhalten, darunter Baillie Gifford, Capital Group, Janus Henderson, GIC, Viking Global Investors, Durable Capital Partners sowie Morgan Stanleys Counterpoint Global. Auch die Gründerfamilie Mills beabsichtigt, Aktien im Wert von bis zu 250 Mio. US-Dollar zu erwerben.
Zweistelliges Umsatzwachstum
Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025 meldete Medline einen Umsatz von 20,6 Mrd. US-Dollar und einen Nettogewinn von 977 Mio. US-Dollar – ein Anstieg gegenüber 18,7 Mrd. US-Dollar Umsatz und 911 Mio. US-Dollar Gewinn im Vorjahreszeitraum. Für die kommenden Jahre erwartet das Unternehmen zusätzliche Zollkosten in Höhe von bis zu 375 Mio. US-Dollar im Jahr 2025 sowie bis zu 200 Mio. US-Dollar im Folgejahr.
Private-Equity-Konsortium seit 2021 an Bord
Medline wurde 1966 von der Familie Mills gegründet und 2021 im Rahmen eines der größten Leveraged Buyouts der Geschichte für 34 Mrd. US-Dollar von Blackstone, Carlyle und Hellman & Friedman übernommen. Seitdem hat das Unternehmen seine Position unter anderem durch die Übernahme des Surgical-Solutions-Geschäfts von Ecolab für 905 Mio. US-Dollar ausgebaut und rund 1,6 Mrd. US-Dollar in seine Logistik- und Distributionskapazitäten investiert.
IPO als Signal für PE-getriebene Marktbelebung
Der Börsengang ist für den 16. Dezember geplant. Medline wird unter dem Ticker-Symbol MDLN am Nasdaq Global Select Market gehandelt. Die Transaktion wird von einem Bankenkonsortium unter der Führung von Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America und JPMorgan begleitet. Insgesamt sind über 40 Banken beteiligt.
Der geplante Börsengang erfolgt in einem Marktumfeld, das sich allmählich von einer IPO-Flaute erholt. Marktteilnehmer erwarten, dass Private-Equity-Häuser ab 2026 verstärkt wieder Börsengänge nutzen, um Beteiligungen zu veräußern.
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