Bisher blieb der Zugang zu hochkarätigen Wachstumsunternehmen in der Spätphase vor ihrem Börsengang (Late-Stage Private Equity) fast ausschließlich institutionellen Investoren oder sehr vermögenden Privatpersonen vorbehalten. Das Berliner Unternehmen NAO und ARK Invest Europe, geleitet von der bekannten Investorin Cathie Wood, wollen diese Barriere nun einreißen. Im Zentrum der Kooperation steht der ARK Private Innovation ELTIF, der Privatanlegern in Deutschland, Österreich und den Niederlanden Investitionen in Unternehmen ermöglicht, die noch nicht an der Börse gelistet sind.
Fokus auf disruptive Technologien
Die Anlagestrategie des Fonds konzentriert sich auf fünf zentrale Innovationsbereiche: Künstliche Intelligenz (KI), Robotik, Energiespeicherung, Multiomik (Bio-Technologie) und Blockchain. Zu den Zielunternehmen gehören namhafte Akteure wie OpenAI, SpaceX, Revolut und Anthropic.
Hintergrund dieser Strategie ist eine Verschiebung am Kapitalmarkt. Viele wachstumsstarke Technologieunternehmen bleiben heute deutlich länger in privater Hand als früher. Ein Großteil der Wertschöpfung findet somit statt, bevor die breite Öffentlichkeit über die Börse investieren kann. „Im vergangenen Jahrzehnt hat sich ein wachsender Anteil der innovationsgetriebenen Wertschöpfung in die privaten Märkte verlagert“, erklärt Cathie Wood, CEO von ARK Invest. Das Produkt soll europäischen Anlegern nun den Zugang zu jenen Unternehmen ermöglichen, die laut Wood „die nächste Ära disruptiver Innovation prägen werden.“
Struktur und Konditionen
Technisch ist der Fonds als sogenannter ELTIF 2.0 (European Long-Term Investment Fund) nach irischem Recht strukturiert. Dies bietet mehrere Besonderheiten für Privatanleger:
- Mindestinvestment: Über die NAO-App kann bereits ab 1 Euro investiert werden, auch im Rahmen eines Sparplans.
- Portfolio-Mix: Die Strategie sieht eine Allokation von etwa 80 % in private Unternehmen und 20 % in börsennotierte Werte vor.
- Liquidität: Im Gegensatz zu klassischen Private-Equity-Fonds mit jahrelangen Haltefristen ist dieser ELTIF „semi-liquide“. Er bietet quartalsweise Rückgabemöglichkeiten von bis zu 5 % des Nettoinventarwerts (NAV).
- Direktinvestments: Der Fonds investiert primär direkt in die Unternehmen, wodurch zusätzliche Gebührenschichten durch Dachfonds-Strukturen vermieden werden sollen.
„Institutionelle Qualität für alle“
Für das Berliner Fintech NAO stellt die Kooperation einen Meilenstein in der Demokratisierung von Alternativen Investments dar. Robin Binder, CEO und Gründer von NAO, betont die Tragweite der Kooperation: „Der Zugang zu wachstumsstarken Privatunternehmen war lange Zeit Privatanleger:innen verschlossen – hohe Mindestbeträge und regulatorische Hürden machten es nahezu unmöglich.“ Ziel sei es, „institutionelle Qualität für alle“ zugänglich zu machen.
Stuart Forbes, Head of ARK Invest Europe, hebt die Bedeutung der Kooperation hervor: „Die Kooperation mit NAO ermöglicht auch Privatanleger:innen ab 1 Euro den Zugang zu Unternehmen, die ihnen bisher verschlossen waren.“
Mit dieser Partnerschaft positioniert sich NAO weiter als Plattform für kuratierte alternative Anlageklassen, während ARK Invest seine Präsenz auf dem europäischen Privatkundenmarkt deutlich ausbaut.
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