Die globale Investmentlandschaft stellt sich auf eine Wiederbelebung der Börsengänge ein. Wie das aktuelle Barometer von Coller Capital zeigt, plant die deutliche Mehrheit der Limited Partners, Unternehmen im Jahr 2026 an die Börse zu bringen. Konkret berichten 77% der befragten Investoren, dass mindestens ein General Partner aus ihrem Portfolio entsprechende Vorbereitungen trifft. Dies markiert eine deutliche Abkehr von der Stagnation der letzten Jahre, in denen traditionelle Exits weitgehend zum Erliegen gekommen waren.
Fokus auf Private Credit und Renditedifferenzierung
Trotz der aufkeimenden IPO-Hoffnungen bleibt Private Credit im dritten Jahr in Folge das Segment mit dem stärksten kurzfristigen Wachstumspotenzial. Rund 42% der Anleger planen, ihre Allokationen in diesem Bereich innerhalb der nächsten zwölf Monate zu erhöhen.
Allerdings agieren Investoren zunehmend selektiver. Fast zwei Drittel der LPs (62%) rechnen damit, dass sich die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Managern in den kommenden zwei Jahren vergrößern werden. Jeremy Coller, Chief Investment Officer von Coller Capital, ordnet diese Entwicklung ein: „Anleger sind zu Recht selektiver geworden was Manager, Strategien und Strukturen angeht –, da sie ihre Portfolios auf ein anspruchsvolleres Umfeld ausrichten.“
Etablierung von Fortführungsvehikeln
Ein weiterer Trend ist die zunehmende Akzeptanz von sogenannten Continuation Vehicles (CVs) und GP-led Secondaries. Diese Strukturen werden nicht mehr nur als Nischenlösung, sondern als fester Bestandteil des Marktes wahrgenommen. 85% der Befragten gehen von einem weiteren Wachstum bei Private Credit Secondaries aus.
Besonders auffällig ist der Umgang mit „Continuation Vehicles der zweiten Generation“, bei denen Vermögenswerte in nachfolgende Vehikel übertragen werden. Trotz der steigenden Komplexität bleibt das Vertrauen in die Manager hoch: 75% der Investoren sind überzeugt, dass die GPs über die notwendigen Ressourcen verfügen, um diese Strukturen effizient zu verwalten.
Wandel der Exit-Strategien
Während 81% der LPs diese Vehikel weiterhin primär zur Generierung von Liquidität nutzen, entscheidet sich bereits fast jeder Fünfte für einen „Rollover“ der Investition. Dies unterstreicht die doppelte Funktion dieser Instrumente als Exit-Option und langfristiges Anlageinstrument.
Jeremy Coller resümiert die aktuelle Lage der Privatmärkte wie folgt: „LPs sehen allmählich wieder einen Weg zurück zu traditionellen Exits durch Börsengänge, während sie sich zunehmend mit Continuation Vehicles als langfristigem Merkmal des Marktes anfreunden.“ Die Branche bewegt sich somit in einem Spannungsfeld zwischen der Rückkehr zu klassischen Exit-Kanälen und der weiteren Professionalisierung alternativer Liquiditätslösungen.
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