Morgan Stanley IM: Private Credit bleibt 2026 der Fels in der Brandung

Trotz sinkender US-Zinsen und hartnäckiger Inflation bleibt Private Credit für Morgan Stanley Investment Management 2026 hochattraktiv. David N. Miller, Global Head of Private Credit & Equity, erläutert, wie der Marktzugang für Privatanleger und eine anziehende M&A-Aktivität Renditen von bis zu 8,5 Prozent stützen und warum Selektivität jetzt oberste Priorität hat.

Private Debt

06.02.2026 10:28 Uhr
David N. Miller, Global Head of Private Credit & Equity bei Morgan Stanley Investment Management / © PrivateMarkets360 / Morgan Stanley Investment Management
David N. Miller, Global Head of Private Credit & Equity bei Morgan Stanley Investment Management / © PrivateMarkets360 / Morgan Stanley Investment Management

Was wir sehen

Private Credit zieht weiterhin in solidem Tempo Kapital an - insbesondere von Privatanlegern, die erstmals Zugang zu dieser Strategie erhalten haben. Semi-liquide Vehikel im Privatkunden- beziehungsweise Wealth-Segment machen inzwischen fast ein Drittel des eine Billion US-Dollar großen US-Markts für Direct Lending aus. Die institutionelle Nachfrage ist ebenfalls robust. Zuflüsse in Private-Credit-CLOs haben rund 20 Prozent des CLO-Marktes auf sich vereint, wobei die Neuemissionen das Rekordvolumen des Vorjahres mühelos übertroffen haben.

Private Credit hat seine Attraktivität nicht zuletzt aufgrund anhaltender Inflationssorgen bewahrt, selbst wenn die Renditen und Kupons sinken. Zum Start ins Jahr 2026 bleibt die Inflation hartnäckig und hat das 2-Prozent-Ziel der Fed fünf Jahre in Folge überschritten. Wir sind der Ansicht, dass dieses Ziel mindestens noch ein weiteres Jahr nicht erreicht wird. Die Performance von Private Credit in den vergangenen Jahren, als die Inflation stark anstieg und anschließend nur langsam zurück ging, hat das Interesse der Investoren aufrechterhalten.

2026 verspricht weitere geringe US-Zinssenkungen. In einem solchen Umfeld kann Private Credit attraktive Renditen liefern, wie sich während der ersten Phase moderater Senkungen im Jahr 2024 gezeigt hat. Wir gehen davon aus, dass die Renditen neu vergebener, erstrangig besicherter Kredite 2026 - selbst unter Berücksichtigung einer leichten Einengung der Spreads - bei 8,0 bis 8,5 Prozent ihren Tiefpunkt erreichen werden. Das ist nach historischen Maßstäben weiterhin erhöht und liegt in der oberen Hälfte ihrer Zwölfjahres-Spanne. 

Was wir tun

Unser Ansatz für Private Credit im Jahr 2026 zeichnet sich durch eine Kombination aus Größe, Breite, Selektivität und struktureller Innovation aus. Dabei nutzen wir die volle Breite des Morgan- Stanley-Ökosystems sowie einen disziplinierten Investmentprozess über unsere verschiedenen Strategien hinweg.

Im Direct Lending haben sich neue Investmentzusagen auf vorrangig besicherte Kredite (Senior Secured Loans) an qualitativ hochwertige, sponsor-gestützte mittelständische Unternehmen konzentriert - mit einer defensiven Ausrichtung hin zu nicht-zyklischen Sektoren wie Software und Unternehmensdienstleistungen. Wir halten eine deutliche Untergewichtung im Gesundheitswesen aufrecht, das im letzten Jahr bei Krediten, die auf Non-Accrual-Status gesetzt wurden, vor allen anderen Sektoren lag.

In unseren stärker lösungsorientierten Kreditstrategien arbeiten wir eng mit Managementteams und Sponsoren zusammen, um Wachstum, die Optimierung der Kapitalstruktur und strategische Fusionen und Übernahmen zu unterstützen - ein Bereich, in dem sich mittlerweile ein Aufwärtstrend fest etabliert hat. 2026 erwarten wir eine Ausweitung der M&A-Aktivität, die mehr Exit-Möglichkeiten für mittelgroße private Unternehmen schafft, und einen Zyklus, der länger andauert als allgemein angenommen. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die wachsende Zahl lange gehaltener, noch nicht verkaufter Unternehmen werden hybride Kapitallösungen voraussichtlich weiterhin sowohl Investoren anziehen als auch bei Sponsoren gefragt sein.

Wir gehen davon aus, dass im Laufe der Zeit die Nachfrage nach neuen Transaktionen in Kombination mit einer großen Refinanzierungswelle das Angebot an privaten Krediten allmählich übersteigen wird. Dies schafft ein Ungleichgewicht, das es Kreditgebern erlaubt, Disziplin zu wahren, bessere Konditionen durchzusetzen und die Illiquiditätsprämie gegenüber den öffentlichen Märkten zu realisieren. Die Konsolidierung der Branche verschiebt das Gleichgewicht zusätzlich zugunsten größerer Plattformen mit Sponsor-Beziehungen und Kreditvergabekapazität sowie strikten Kreditprüfungsstandards, um in diesem Umfeld führend sein zu können. 

Was wir im Blick behalten

Sofern es zu keinem unvorhergesehenen Makroschock oder einer Rezession kommt, sollte die Kombination aus sinkenden Zinskosten und steigenden EBITDA-Niveaus die Verbesserung der Fundamentaldaten bei Private-Credit-Kreditnehmern unterstützen. Wir sehen dies in unserem Portfolio und in aktuellen Branchendaten, die die finanzielle Situation auf Kreditnehmerseite abbilden. Die vollständigen Ausfallquoten unter Einbeziehung von Restrukturierungen haben sich in den letzten Quartalen verringert, genau wie die Non-Accrual-Quoten in etablierten BDC- Portfolios.

Unterdessen sind die EBITDA-Zinsdeckungsquoten moderat gestiegen, wobei die durchschnittliche Konsensprognose von einer EBITDA-Erholung bei Leveraged-Loan- Kreditnehmern in den nächsten vier Quartalen ausgeht. Wir erwarten, dass mittelgroße private Unternehmen vollständig an der EBITDA-Erholung teilhaben - insbesondere diejenigen mit umfangreicher PE-Unterstützung und Ressourcen, die ihre Portfoliounternehmen bei der KI- Adoption weiter voranbringen.

Von David N. Miller, Global Head of Private Credit & Equity bei Morgan Stanley Investment Management

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