Angesichts geopolitischer Veränderungen und einer notwendigen Stärkung der europäischen Sicherheitsarchitektur haben die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC Deutschland, der Venture Builder Bridgemaker und der Kapitalmanager Segenia Capital eine strategische Initiative ins Leben gerufen. Das neu gegründete „Venture Studio: Resilience & Defence Technology“ soll die Innovationslücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung bei sogenannten Dual-Use-Technologien schließen.
Strategische Allianz gegen die Innovationslücke
Das Ziel der Kooperation ist es, Technologien von der frühen Forschungsphase (TRL 1) bis zur Einsatzreife (TRL 6+) zu begleiten. Prof. Dr. Rainer Bernnat, Partner bei PwC Deutschland, betont die Relevanz dieses Vorhabens: „Sicherheit ist kein Randthema mehr, sondern die Basis für ökonomische Stabilität. Mit dem Studio bieten wir einen hocheffizienten Inkubationsraum, der Deep-Tech-Innovationen mit den komplexen Anforderungen des öffentlichen Sektors und der nationalen Sicherheit harmonisiert.“
Dabei ist die Rollenverteilung klar definiert: PwC übernimmt die strategische und regulatorische Beratung, während Bridgemaker für den operativen Aufbau der Startups verantwortlich zeichnet. „Wir bringen unsere gesamte Erfahrung als Venture Builder ein, um Geschäftsmodelle von Beginn an so zu strukturieren, dass sie skalierbar, investierbar und resilient sind“, erklärt Henricke Luszick, CEO von Bridgemaker. Ergänzt wird dieses Duo durch Industriepartner, die Fachwissen und direkten Marktzugang zu kritischen Infrastrukturen beisteuern.
Finanzierung durch 30-Millionen-Euro-Fonds
Ein wesentlicher Pfeiler der Initiative ist ein mit 30 Millionen Euro dotierter Venture Fonds, der von Segenia Capital verwaltet wird. Der Fonds verfolgt einen dualen Ansatz: Er finanziert sowohl Neugründungen aus dem Studio heraus als auch externe Startups mit komplementären Sicherheitstechnologien.
Michael Janßen, General Partner bei Segenia Capital, sieht darin eine Brücke für Investoren: „Der Venture Fund Resilience & Defence Technology zielt darauf ab, finanzielle und strategische Rendite in Einklang zu bringen.“ Die Struktur erlaube es zudem ausgewählten Investoren, sich nicht nur finanziell, sondern auch strategisch in die Skalierungsdynamiken des Defence-Sektors einzubringen.
Fokus auf technologische Souveränität
Hinter dem Projekt steht die Überzeugung, dass Europa eigene Kapazitäten in sicherheitsrelevanten Feldern stärken muss. Florian Nöll von PwC Deutschland sieht im Corporate-Venturing-Ansatz eine notwendige Verbindung zwischen etablierten Marktführern und disruptiven Gründern. Das Studio soll sicherstellen, dass technologische Souveränität und wirtschaftliche Skalierbarkeit Hand in Hand gehen, um langfristig „technologische Champions für Europas Sicherheit von morgen“ aufzubauen.
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