Blackstone Life Sciences und Johnson & Johnson gehen erstmals eine gemeinsame Finanzierungsvereinbarung ein, um die klinische Entwicklung des Prüfpräparats Bleximenib (JNJ-75276617) voranzutreiben. Der oral einzunehmende Wirkstoff wird gezielt für die Behandlung der Akuten Myeloischen Leukämie (AML) entwickelt. AML gilt als die häufigste Form akuter Leukämie bei Erwachsenen, ist jedoch aufgrund hoher Rückfallquoten und geringer Überlebenschancen weiterhin extrem schwer therapierbar.
Gezielte Therapie gegen Leukämie-Wachstum
Bleximenib fungiert als sogenannter Menin-Inhibitor. Er setzt an der Schnittstelle zwischen den Proteinen Menin und KMT2A an. Diese Interaktion ist bei Patienten mit bestimmten genetischen Veränderungen (KMT2A-Umlagerungen oder NPM1-Mutationen) maßgeblich für das Wachstum der Krebszellen verantwortlich. Durch die Blockade dieses Pfades soll das Fortschreiten der Krankheit unterbrochen werden.
Aktuell wird das Medikament in klinischen Studien der Phasen 1 bis 3 getestet. Dabei wird sowohl die Wirkung als Monotherapie als auch die Kombination mit anderen AML-Therapien untersucht, um sowohl neu diagnostizierten als auch rückfälligen Patienten neue Behandlungsoptionen zu bieten.
Expertenstimmen zur Kooperation
Die Verantwortlichen betonen die strategische Bedeutung der Zusammenarbeit, um die Marktreife des Medikaments zu beschleunigen. Dr. Nicholas Galakatos, Global Head von BXLS, erklärte: „Wir glauben, dass die vielversprechenden klinischen Daten von Bleximenib in Verbindung mit der fundierten Expertise von Johnson & Johnson im Bereich hämatologischer Malignome eine starke Basis bilden, um kritische Lücken in der Patientenversorgung zu schließen.“
Dr. Ari Brettman, Senior Managing Director bei BXLS, verwies zudem auf die medizinische Dringlichkeit: „Da es sich um einen aggressiven, schnell fortschreitenden Blutkrebs mit hohen Rückfallraten handelt, besteht ein dringender Bedarf an besseren und verträglicheren Behandlungsoptionen für Patienten mit AML.“
Hintergrund zur AML
Die Akute Myeloische Leukämie ist durch einen sehr schnellen Krankheitsverlauf geprägt. Ohne rechtzeitige Behandlung kann die Krankheit innerhalb weniger Monate zum Tod führen. Besonders für ältere Patienten oder Menschen mit spezifischen Hochrisiko-Genprofilen sind die derzeitigen Heilungsaussichten oft unzureichend, weshalb die Forschung an zielgerichteten Therapien wie Bleximenib als wegweisend gilt.
Weitere beliebte Meldungen: